Michi alter K Text

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Soundtrack

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Ich bin ein Textabschnitt.

Parkas?

 

Ach so, nein. Könnte man noch machen. Im ernst? 

 

Der Erfinder des Game of Life ist an Covid 19 gestorben. Genauso wie Crocodile Dundee. Anbei ein Link zum Game of Life Wiki, in dem die Gewächse dieser erstaunlichen Sache gesammelt und kategorisiert werden: 

 

https://www.conwaylife.com/wiki/Main_Page

 

Game of Life Visualisierung: 

 

https://www.youtube.com/watch?v=C2vgICfQawE

 

Weil das alles so real-futuristisch ist, hat Clemens Setz einen Nachruf geschrieben: 

 

https://www.zeit.de/kultur/2020-04/john-conway-mathematiker-game-of-life-nachruf

 

 

 

Wollen wir heute mal zoomen? 

Ich frage mich, wie es weiter geht. 

Ich finde die geblenderten Räume ganz spannend, ...

 

Audio ist vielleicht für vieles die Lösung. 

 

Kann man jetzt eigentlich ausgeschnittene Filmbilder da rein setzen? Kann man Film ausschneiden? 

 

Versuche gerade Räume durch Film zu verbinden.

 

Dachte mir so: 

Man hat einen Raum. Man klickt auf etwas und kommt in einem Film mit der gleichen Perspektive, der einen durch einen Öffnung in einen anderen Raum „saugt“: 

 

 

https://www.andreaswoller.com/kopie-von-k8-1

 

Ganz spannend oder? Ist leider noch mit Evee gerendert. Mit Cycles würde es Tage dauern. 

 

 

Ein paar lose Gedanken: 

 

Ein Website ist eine Art Raum, aber mit einer anderen Geometrie als der des Raumes, in dem wir uns alltäglich bewegen. Es gibt Wege von hier nach dort. Es gibt Entfernungen. Es gibt Nachbarschaften. 

 

(1) Es gibt die Geometrie der Website. 

(2) Es gibt die tatsächliche Geometrie des Hofes. 

(3) Es könnte auch eine behauptete andere Geometrie des Hofes geben. Diese könnte mit (1) identisch sein, oder auch nicht. 

 

Die Lebensform in einer anderen Art von Raum. Das reicht eigentlich schon. 

 

Auch wenn die grundlegende Struktur digital ist, muss wahrscheinlich das Konkrete in der insgesamten Geschmacksmischung deutlich überwiegen. Der Körper des Betrachters gleitet an zu viel digitaler Oberfläche ab. 

 

Als Ersatz für die körperliche Beziehung zum Ding im Raum: Interaktivität, bewegtes Bild, Ton. 

 

Klicken-können zu wenig Interaktivität? 

 

Surrealismus vermeiden. 

 

Gebundene klassische Form. Nicht zu verspielt. Strukturen, Symmetrien, Muster. Maximal Organismus. Nicht Rhapsodie. Komplexität ja, aber Musterhafte Komplexität. 

 

Psychopathenhaus vermeiden, oder? 

 

Wir ein wenig wie die Figuren in einem Computerspiel, aber eben echt und teilweise auch wieder total gegen diesen Eindruck arbeitend. Das ist gar nicht so schlecht, oder? 

 

Diese digitalen Raumveränderungen (siehe unten) wahrscheinlich nur gut, wenn man auch konkret als Person im Film etwas mit diesen machen würde. Siehe oben: Film zuschneiden. 

 

Sprecher / Erzähler, der mit dem Benutzer der Website spricht? 

 

Vielleicht diese Tunnel, die die Räume verbinden, in echt bauen, mit interessanten Formen. Vielleicht schnitzen. Geschnitzte Wurm-Löcher (Starktrek). Diese echten Tunnel dann wieder in Blender einfügen. 

 

Die Gerätschaften, die Michi gebaut hat, in einen Raum stellen, der so ähnlich ist, wie der saubere rosa-Raum unten. Quasi Ausstellungsräume für die Werkzeuge - spezielle Werkzeugkammern. Oder eine spezielle Werkzeugkammer. 

 

Durch diese Kamerafahren kann man das geblendete Gesamt-Gebilde der verschiedenen Räume in eine Art lebendigen Organismus verwandeln, oder? Also von der Stimmung her. Finde ich gut. 

 

Unter allem könnte es noch eine andere Ebene geben. Eine irgendwie mikroskopische. Eine Art Landschaft oder Urspuppe. Grobe Andeutung davon im ersten Bild unten. Siehe auch Staub / Michi. Das könnte sogar die alles verbinden Ebene sein: Startseite …    Ebene auf die man durch viele Ritzen, Löcher runter fallen kann, vielleicht. Fraggels! 

 

Es könnte auch eine Art filmisches „nach oben gesaugt werden“ = „in den größeren Maßstab gesaugt werden“ geben. Ähnlich Beispiel oben filmische Raumverbindung. Man klickt zum Beispiel auf so einen Turm (erstes Bild), der aus der Ur/Mikro Suppe (oder Staub) heraus ragt,  und wird dann nach oben in einen Raum gesaugt. 

 

 

 

 

 

 

<Mail-Anhang.png>

 

 

 

In so was die Gerätschaften (maximal realistisch dargestellte Gerätschaften)? : 

Vielleicht mit einem physisch gebauten Raum als Zentrum anfangen? : 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Also anders natürlich als der Raum, den ich hier genommen habe. 

https://www.andreaswoller.com/b

 

 

 

 

Alles irgendwie wie gemalt, oder? 

Das finde ich eigentlich ganz gut. 


 

HI,

Bad und weißen Raum find ich schon recht gut.

Der goldene ist vielleicht schon zu sauber, zu klar sogar?

 

Ich hatte noch eine Idee, wie man die Videos vielleicht direkt integrtieren könnte in so einem Raum.

Man könnte die Perspektive des Videos als Grundlage nehmen und dann ausgehend vom Video ( das man auch auf die Aktion beschneiden kann) den Raum drum herum bauen. Oder eben das Video auch so benutzen, wie du bis jetzt die Bilder der "Objekte" benutzt hast.

Kann man in Blender auch Ton integrieren? Sonst müsste man das Blendervideo wieder in Premiere mit dem richtigen Audio zusammenführen, ist aber ja auch kein Problem.

Dann hätte man letztlich wieder nur ein Video auf der Seite. Könnte ja mal sein.

 

Ich frage mich gerade, wer da spricht? Von innen, von aussen? usw. Ich glaube, das ist wichtig. 

 

So ein Audio wäre ziemlich „echt“, „warm“, „erdig" usw. und steht ziemlich im Gegensatz zu der digitalen Eigenartigkeit von dem Bild. Das erzeugt eine gute Spannung, finde ich. 

 


Geht jetzt schon in eine gute Richtung, auch die Website. Man bekommt so langsam ein Gefühl. Find ich gut.

 

Möbel finde ich besonders interessant und Figuren als Bilder auch interessant.

Die Schriftbuttons noch zu additiv würde ich sagen

 

Alles in Allem wirkt es noch etwas zu schnell gebaut. Vielleicht etwas zu wenig dreckig. Zu klar gebaut vielleicht. Ich meine vor allem die Raumkanten.

 

 

hmm ja, aber was macht man jetzt damit? 

 

Umso mehr Details desto eher ist das Auge bereit, das als Realität zu akzeptieren - auch wenn es einen Haufen Fehler gibt. Da würde noch viel mehr gehen. 

 

Hab mal die neuen Bilder in den Website Rohbau eingefügt. Aber ich weiß nicht: 


 

Der weiße Raum gefällt mir gut. Die Möbel sind interessant und die Figuren als Bilder auch

 

 

 

Geht das in die Richtung? 

Bitte nicht an Details aufhängen. Das is zu dunkel usw. 

 

Man hätte mehrere Räume / Flächen so ähnlich wie bei einem Instagram Account. 

Aber gleichzeitig auch Zeichnung, die irgendwie Comicartig das Leben im Hof zeigt oder Möbel oder Geräte oder Interieurs. Vielleicht ein wenig wie auf einem Breughel Bild auch. 

Ich fände es vielleicht gut, wenn man da rein zoomen könnte und die Zeichnung so dicht ist, dass man beim rein zoomen neue Sachen entdeckt. So ähnlich wie die Idee mit den Zwergen in dem Bierglas. 

Zoomen auf dem Hintergrund der Seite (nicht auf einem Bild auf dem Hintergrund) ist leider nicht trivial. 

 

Ein wenig wie hier: 

 

https://www.insidebruegel.net/#p/v=udroom&lan=de&b=saul&a=1838&x=s:3_l:2_v1:1838,vis_v2:1838,irr

 

 

 

Ja sicher, man braucht was breites klares am Anfang, eine Art „Überblick“ über etwas, von dem aus es dann vielfältig in die Tiefe geht. In meiner Idealvorstellung ist das etwas, in das man an verschiedenen Stellen auch rein Zoomen kann. 

 

Das ist jetzt nur so eine banale Seitenabfolge, damit man sich mal verschieden Seiten anschauen kann, wie die aussehen könnten. 

 

Ich denke die Links sollten auch gar nicht weit in die Tiefe führen. Das ganze sollte vielleicht eher kompakt beieinander sein. 

 

Ich weiß auch gar nicht, ob es dann in „Räume" rein gehen soll. In meiner Idealvorstellung ist es so, dass die Logik von Raum, Zimmer, getrennte Menschen usw. irgendwie „aufgelöst“ ist. Deswegen gefällt mir das Videos auf Formen abbilden so gut. 

 

Viel zu dunkel, klar. 

 

 

Hey,

 

ich hab mir auch mal paar Gedanken gemacht zur möglichen Website:

Diese Instagram-Idee finde ich nach wie vor nicht so blöd, aber das muss natürlich viel organischer sein.

Ich dachte an eine Benutzeroberfläche, deren Hauptseite eher klar und dann in den Unterseiten (Zimmer, Räume, etc) das alles verschwurbelter werden kann.

Im angehängten pdf ist es kurz skizziert.

 

Bei den Gif-ähnlichen Raumvideos bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die machen was, aber ich weiß noch nicht so recht was... wow, das sagt jetzt viel.

Ganz banal finde ich den Kirchmoar-content auf der Website zu dunkel.

 

Ich kann mir noch einen digitalen Eingriff in die Videos vorstellen:

Man stupst die Personen digital an und dann bewegen sie sich. Dann sieht es so aus, als ob der digitale Stups der Auslöser für die Handlung der Person gewesen wäre. Ganz einfach gesagt.

Sowas hatten wir schonmal überlegt mit Farbänderungen als Codes, die dann eine Aktion unsererseits auslösen. Jetzt erinnere ich mich.

Das könnte aber auch nur mit filmischen Mitteln erzeugt werden: Wir sind zu sehen - Schnitt - ein Objekt aus dem Hof, das sich bewegt - Schnitt - wir führen Aktion aus.

 

LG

Michi

 

 

 

Ja, genau, Fotos von Zeichnungen zu Texturen. Und noch irgendeine alte Zeichnung genommen, die ich schon hatte. Da kann man sich ja jetzt einen Haufen Sachen vorstellen, die man da machen könnte. 

 

Und ja klar, man muss es noch besser sehen, das sind nur die aller ersten Versuche, in welche Richtung man denken könnte. 

 

Lupe Tool! So was wäre sehr schön. Hmm. Ich fürchte, der Wix Baukasten hat so was nicht. Aber das ist eine sehr gute Idee. Vielleicht doch eine Website selber programmieren … 

 

 

 

 

Gefallen mir auch,

 

irgendwie würde ich die Zeichnungen aber auch gerne besser sehen können. Das sind doch Fotos von Zeichnungen zu Texturen gemacht, oder? Kennst du dieses Lupe-Tool von Shopping-Seiten? Cool wär, wenn dann noch die Oberfläche (Papier) sichtbar werden würde.

 

 

 

Herum bewegen nicht in etwas, das ein komisches Haus voller komischer Aktivitäten ist. 

 

Sondern herum bewegen eher in etwas, in dem Akteuere, Raum, Dinge ein Kontinuum sind, das einer anderen Logik unterworfen ist, als der normalen räumlichen Logik. 

 

Herum bewegen in etwas, das keinen Ort hat. 

 

Comic, Paul McCarthy, Alte Computerspiele usw: Personen werden zu leicht absurden Marionetten von etwas … oder so ähnlich 

Das passt doch irgendwie zu den Filmen? 

Und auch zu der Zeichnung, die auf den Raum gemapt ist, oder? 

 

Retro Digital Look und Hof. Einfach aber gar nicht so schlecht? 

Ich finde das grid gut. Es müsste dann aber wie bei Insta unterschiedliche Pfade eröffnen, die sich dann (wie nicht bei Insta) wieder Treffen, oder nicht, oder kreuzen oder schon.

Auf Andis Original-Homepage gefiel mir immer gut, dass es so versteckte/sichtbare "Pforten" gab, die in neue "Räume" führen und manchmal auch zurück in alte. So ganz einordnen konnte ich die "geografische Situation" also nie. Das fände ich im Kirchmoa-Kontext auch ganz gut. Müsste aber eine Gradwanderung zwischen Transparenz/Überblick und geführter Dramaturgie sein.

Das Interaktive an der Nummer ist ja, dass man sich für unterschiedliche "Wege" entscheiden kann und Dinge starten(Audio, Video, Diashow) oder zoomen(im besten Fall) könnte.

 

Zu dem schon von Andi/dir Gebauten:

unterschiedliche Räumlichkeiten als Leitgedanke finde ich gut, da muss das Anfangsgrid für mich auch nicht symmetrisch sein. Inhaltlich finde ich wie Michi alles etwas zu "dark" und (nicht wie Michi) zu verschlüsselt/kryptisch.

Einzelne Videos, Bilder, Texte müssen dann sehr präziese miteinander kombiniert (oder allein gelassen) werden. Aber ich denke über die sehr spielerisch wirkende Herangehensweise von Andi/dir kann das kommen.

Nach wie vor geht es aber auch weiterhin darum die Inhalte (Videos...) heimlich glanzvoll zu präsentieren und nicht etwa (wie bei dem Bad-Beispiel) zu verstecken. Oder?

 

Ich ruf morgen an.

SG Melli

Ich finde das grid gut. Es müsste dann aber wie bei Insta unterschiedliche Pfade eröffnen, die sich dann (wie nicht bei Insta) wieder Treffen, oder nicht, oder kreuzen oder schon.

Auf Andis Original-Homepage gefiel mir immer gut, dass es so versteckte/sichtbare "Pforten" gab, die in neue "Räume" führen und manchmal auch zurück in alte. So ganz einordnen konnte ich die "geografische Situation" also nie. Das fände ich im Kirchmoa-Kontext auch ganz gut. Müsste aber eine Gradwanderung zwischen Transparenz/Überblick und geführter Dramaturgie sein.

Das Interaktive an der Nummer ist ja, dass man sich für unterschiedliche "Wege" entscheiden kann und Dinge starten(Audio, Video, Diashow) oder zoomen(im besten Fall) könnte.

 

Zu dem schon von Andi/dir Gebauten:

unterschiedliche Räumlichkeiten als Leitgedanke finde ich gut, da muss das Anfangsgrid für mich auch nicht symmetrisch sein. Inhaltlich finde ich wie Michi alles etwas zu "dark" und (nicht wie Michi) zu verschlüsselt/kryptisch.

Einzelne Videos, Bilder, Texte müssen dann sehr präziese miteinander kombiniert (oder allein gelassen) werden. Aber ich denke über die sehr spielerisch wirkende Herangehensweise von Andi/dir kann das kommen.

Nach wie vor geht es aber auch weiterhin darum die Inhalte (Videos...) heimlich glanzvoll zu präsentieren und nicht etwa (wie bei dem Bad-Beispiel) zu verstecken. Oder?

 

Ich ruf morgen an.

SG Melli

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Das Digitale

Das Digitale. Skizzenhafte Erkundung eines Bedeutungsnetzes

 

 

Teil A:

 

Man kann unterscheiden:

 

1) „Computation“

 

Repräsentation von Information durch digitalen Code und die regelhafte Manipulation dieser Codes (Algorithmen). Beides physisch realisiert durch Schaltkreise.

 

Damit können alle Aufgaben, die im weitesten Sinn mit der Veränderung von Zeichen zu tun haben, mit prinzipiell unbegrenzter Geschwindigkeit ausgeführt werden.

 

Daraus folgt auch eine prinzipiell grenzenlose Formbarkeit von allem, was im weitesten Sinn Zeichen ist. Beispiel „Deep fake“.

 

Daraus folgt auch eine ganze neue Ästhetik der berechneten Zeichenkomplexe (siehe zum Beispiel die Wechselwirkung von Designsprache und 3-D Software).

 

Die Idee der Computation gibt es schon im 17. Jhd. bei Leibniz.

 

Daran knüpft möglicherweise irgendwann das Thema Transhumanismus an, sofern diese Art der „Intelligenz“ irgendwie mit der menschlichen Intelligenz verschmolzen werden kann.

 

Hier würde auch anknüpfen: virtuelle Realität, Verschmelzung unserer Umgebung mit virtueller Realität.

 

2) Kombination aus Internet/PC/Smartphone etc. als Kommunikationsmedium.

 

Dieses Medium zeichnet sich aus durch:

 

Jeder kann zugleich Sender und Empfänger sein, von einzelnen/manchen/allen an einzelne/manche/alle.

(Wobei ich hier mal davon ausgehe, dass „online stellen“ eine Art „senden“ ist.).

 

Jeder gestaltet das Medium aktiv. Zumindest durch die Auswahl des Präsentierten.

 

Stehendes Bild, bewegtes Bild, Text und Ton können gemeinsam auftreten.

 

Dieses Medium nimmt alle alten Medien in sich auf.

 

Dieses Medium hat ganz allgemein einen extremen Sogcharakter. Es unterwirft Stück für Stück die ganze Welt seiner Logik und seiner Form.

 

Wobei diese Logik und Form von der Software abhängt, die den Großteil der Aktionen und Bewegungen im Netz prägen.

 

Diese wiederum ist weitgehend monopolisiert.

 

Facebook, Google, Amazon, usw. bestimmen, wie das Internet „Objekte“ der „Welt“ in sich auf nimmt, und „verarbeitet“. Sie bestimmen also gewissermaßen die kategoriale Ordnung einer neuen Erscheinungsweise von Welt. Die Objekte erscheinen dabei im Modus von „schneller Austauschbarkeit“, „Wettbewerb“, „umgehender Bewertung“, sowie vor allem: „Passung zu den Präferenzen des jeweiligen Betrachters“.

 

Jedem seine eigene Wirklichkeit, die je individuell kommerziell (und durch die verschiedenen Überwachungsapparate) verwertet wird.

 

Das Medium ist also bei weitem nicht „anarchisch“: Eine gleichgestellte, netzartig verteilte, nicht hierarchisierte freie Vielfalt.

 

Es handelt sich eher um zentral gelenkte „Ströme“ innerhalb derer es anarchische Komponenten gibt.

 

Denjenigen, die die Ströme lenken, kommt eine enorme Macht zu, die zur Unsichtbarkeit tendiert. So wie die

Grundregeln der Wahrnehmung, nach denen das Gehirn das visuelle Bild aufbaut, für den Wahrnehmenden unsichtbar sind, und nur mit erheblichem kognitiven Aufwand erschließbar.

An diese Machthaber sind Tribute in Form von Daten zu entrichten, welche wiederum die Panopticumhafte Kontrolle der Individuen ermöglichen. Diese de facto geleistete Wertschöpfung bleibt für den Benutzer ebenfalls unsichtbar. Umgekehrt steht er unter dem Bann des Mediums.

 

Denn dieses Medium maximiert die suchtartige Wirkung, die bereits das Fernsehen hatte, in dem es an basale biologisch-neuronale Mechanismen anknüpft: Der Grundtrieb Bewegung und Veränderung zu verfolgen. Die Wirkung erleuchteter Bildschirme. Der Grundtrieb sofort auf soziale Signale zu achten usw.. Diverse Belohungsmechanismen usw..

 

Wie viele Bestseller des Kapitalismus beutet es gezielt elementare Suchtmechanismen aus: Zigarette, Kinderspielzeug, Fernsehen, sexualisierte Werbung usw.

 

Das ganze entspricht also recht genau dem Szenario von „Matrix“: Alle liegen regungslos gefangen in einem Menschen-Lager und werden durch eine Simulation ruhig gestellt, während den Körpern Energie (Daten) entzogen wird.

 

Netzartige Verweis-strukturen.

 

Da das Internet alles in sich aufsaugt, befindet sich auch wirklich alles im Internet:

Extreme reale Gewalt, Pornografie, extreme Ideologien usw. auf der einen Seite. Das Kochrezept von Tante Edeltraut usw. auf der anderen Seite.

 

 

2.1) Big Data und Panopticum

 

Als Resultat von (2) der Komplex: Überwachen, sammeln und speichern von Daten, mit dem Ziel einer Musterbildung, die individuelles Verhalten vorhersehbar und die spezifische individuelle Bedürfnisse, Reizbarkeiten, Motivierbarkeiten usw. ableitbar macht.

 

Ein zentrales Thema hier: Algorithmen ziehen ihre Schlüsse nicht unbedingt rational im Sinne der traditionellen westlichen Rationalität.

 

Für den Einzelnen bedeutet das im Endeffekt eine extreme Form von sozialer Kontrolle. Der Panopticum Effekt. Präventive Selbstzensur und Selbst Disziplinierung.

 

Man weiß nie genau, von wo die Beobachtung und Bewertung kommt. Man weiß nicht einmal genau, was von einem gefordert werden wird! Denn das befindet sich im Fluss. Oder es hängt von dem nicht-rationalen Output eines Algorithmuses ab. Man weiß nur, dass beobachtet wird, und dass gefordert wird.

 

Psychoanalytisch der perfekte Horror: Eine übermächtige Autorität, die dich jederzeit beobachtet und dich für die nicht-Befolgung von Regeln, die sie dir nicht mitteilt, bestraft.

 

Dieses neue totalitäre Kontrollparadigma hält auch in Organisationen Einzug. Beispiel Zalando, Amazon usw.: Mitarbeiter sammeln wechselseitig Informationen und bewerten sich. Von dem individuellen Score hängt dann die Beförderung ab.

 

 

2.2) Soziale Beziehungen

 

Als Resultat von (2): Eine neue Art, sich in sozialen Beziehungen zu bewegen.

 

Interessant ist hier, wie das „Hintergrund-Format“ der Software die Wirklichkeit von Kommunikation, Inhalten, menschlichen Beziehungen prädeterminiert und das möglicherweise nicht ohne Absicht.

(Stichwort: Facebook als neoliberales Trainingscamp (Phillip Mirowski).)

 

a)

Steigende Bedeutung von Selbstinszenierung.

Die Identität, die man inszeniert, ist bearbeitbar, kuratiert und ästhetisch geplant (zentrale Bedeutung des Bilds).

Verschiebung der Grenze privat/öffentlich bis hin zur Idee der totalen öffentlichen Transparenz des Individuums.

 

b)

Die soziale Beziehung tritt auf unter der Bedingung von:

 

Wettbewerb und zwar, sofern es schon immer eine Wettbewerbskomponente gab, extrem verschärftem Wettbewerb.

Niedrig-schwelliger Kündbarkeit (den „Freund“ auf Facebook einfach löschen)

Sofortiger und ständiger expliziter Evaluation (Likes etc.).

 

Eine Abfolge von Reaktualisierungen der sozialen Beziehung, die einerseits Gegenstand eines nicht-humanen totalen Gedächtnisses ist, aber anderseits auch tendenziell „Geschichtslos“.

 

Es entstehen also vielleicht:

Extrem prekäre, von designten Oberflächen geprägte, geschichtlose soziale Beziehungen.

 

c)

Überhaupt mehr Kommunikation über Schrift und Bild als real „face to face“.

 

Für die „Identitäten“ die man sich hier bauen kann (mitsamt „Style“, Charakter, Neigungen usw.), gilt vielleicht:

 

Was geht und was nicht geht, ändert sich schneller.

Eine quasi postmoderne Kombinierbarkeit von allem.

Die Regeln sind dadurch subtiler geworden. Es reicht nicht mehr zu wissen: „ich muss Style A wählen“.

Sondern man muss die Metaregeln der Kombination, Brechung, Ironisierung, Zitierung, Teilanwendung, usw. von Styles kennen.

 

Wobei man hier natürlich die Regeln für verschiedene soziale Millieus unterscheiden muss.

 

 

2.3) Neue Öffentlichkeit

 

Als Resultat von (2): Eine neue Art von Öffentlichkeit

 

a) Homogene Suböffentlichkeiten: Filterblase, Echokammer, Selbstverstärkende wechselseitige Bestätigung.

 

Führt möglicherweise zu Polarisierung, Konfliktverschärfung und extremer werden von Positionen. Möglicherweise entstehen „Tribes“, die sich fremd und feindselig gegenüber stehen.

 

Diese soziale Dynamik (die es ja im kleinen Kreis (Schulklasse usw.)) und im großen (Nationen, Ethnien) usw. schon gibt) hat also gewissermaßen eine neue Größenordnung gefunden, auf der sie operieren kann.

 

 

In gleich mehreren dieser Tribes herrscht vor: Verschwörungsdenken und Verwandtes:

 

Die Verdächtigung von allem. Unsichtbare Ursachen. Unsichtbare Zusammenhänge aller-Ortens. Die Wirklichkeit als einziger doppelter Boden.

Die in Frage Stellung jeder Art von Autorität: Demokratie, Staat, Wissenschaft, Journalismus.

Die Ersetzung von komplexer wissenschaftlich gestützter Rationalität durch Scheinlogische Sophismen.

Tendenziell sogar die Abwertung der Norm „Wahrheit“ überhaupt.

Ein seltsames in einander Fließen traditionell „linker“ und „rechter“ Motive.

Paradoxerweise die Orientierung an Guruhaften Alternativ-Autoritäten, die weniger Experten im traditionellen Sinn als „Genies“ sind, die selbst erforscht haben, selbst erkannt haben usw., sich also nicht auf einen kollektiven, institutionellen Prozess der Erkenntnisproduktion stützen.

 

Jordan Peterson, Intellectual Dark Web usw.

 

b) Selbstreferentialität (nimmt allerdings auch schon in den vor-digitalen Medien zu).

 

Aufgrund der Struktur des Internets (jeder kann jederzeit dezentral „antworten“), verstärkt sich diese Selbstbezüglichkeit. A bezieht sich auf B. C bezieht sich auf B. D bezieht sich auf C usw.. So entstehen regelmäßig ganze Kaskaden der Metakommunikation.

 

c) Aggressive digitale Flashmobs, Shitstorms,

 

d) Erleicherung von Manipulation der Öffentlichkeit durch gezielt gestreute Information, gezielte Falschinformation, Bots usw.

Und zwar Manipulation unter Umgehung großer Diskursbestimmener Institutionen.

 

e) Beschleunigung der Kommunikation

 

f) Nebeneinander aus extremer inhaltlicher Vertiefung (3 Stunden Experten-Podcasts) und extremer inhaltlicher Verkürzung (Tweet).

 

g) Diskursregeln scheinen sich zu verändern. Auf der einen Seite werden Standards der Höflichkeit, der Diskretion, der Rationalität, der Ausgewogenheit und wohl-temperiertheit usw. abgebaut. Auf der anderen Seite entsteht eine extrem feinkörnige super strenge Sittlichkeit, die sich vor allem auf den Sprach bzw. Zeichengebrauch bezieht. Hier scheint eine neue Regel auf zu tauchen: Eine Äußerung, die in Beziehung zu einem Tabu T steht, ist böse, unabhängig davon in welcher Differenziertheit, Komplexität sich die Äußerung zu T verhält.

 

h) Potenziell unbegrenzte Wirksamkeit von vormals marginalen Teilnehmern (bzw. nicht Teilnehmern) und vormals marginalen Beiträgen. Wobei man nicht vorhersehen kann, welcher marginale Teilnehmer und welche marginale Äußerung zu großer Wirkung gelangt.

 

Es ist eine - systemtheoretisch gesprochen - „chaotische“ Dynamik entstanden.

 

i) „Everybody will be famous for 15 minutes“

 

j) Als eine möglicher Folge von mehreren der zuletzt genannten Punkten:

 

Der alte öffentliche Diskurs löst sich auf in der einer dezentralen Flut von Nebensächlichkeiten, Emotionalen Äußerungen, Halbwahrheiten, Lügen, bewussten Auslassungen, Provokationen, und vor allem den Reaktionen hierauf (vor allem auch denen, die den alten Diskurs verteidigen wollen), und den Reaktion auf den Reaktionen hierauf (du hast gesagt, dass ich gesagt habe, dass du gesagt hast …) usw.

 

Jedes Thema wird in Nebel gehüllt. Und bei allen Beteiligten bleibt zumindest eine gewisse Unsicherheit und ein gewisser Zweifel zurück. Was ist, wenn die Clintons tatsächlich einen Kinderschänderring betreiben? Und fantastischer Weise ist das, wie man seit Epstein weiß, gar nicht maximal von der Wahrheit entfernt. Vielleicht steigt doch die Kriminalität in Folge der Migration? Man hat so viel gehört, dass ein Rest Unklarheit zurück bleibt.

 

Vor allem auch: Viele der entscheidende Themen kommen überhaupt nicht mehr vor, was vor dem Hintergrund des Konfliktlärms aber gar nicht mehr auffällt. Das aktuelle Impeachment Verfahren in den USA ist das beste Beispiel. Wer spricht da noch über die Verteilungswirkung der großen letzten Steuerreform beispielsweise.

 

 

2.4) „Allverfügbarkeit“

 

Als Resultat von (2): Näherungsweise alles, was in der Welt existiert, wird für jeden wahrnehmbar, beurteilbar, zumindest teilweise auch verfügbar.

Das Unbekannte verschwindet. Ist man in einer fremden Stadt, belehrt einen das Smartphone über jeden Ort, an den man kommt usw. Bzw. man kann das auch alles wissen, wenn man gar nie das Haus verlässt.

 

Dabei wird alles hinein gezogen in: Vergleich, Wettbewerb, Evaluation. Alles wird zu einer „Option“.

 

(Vielleicht auch einfach: Die Welt der Dinge als Casting-Show. Offenbar stellt das Internet (zufällig oder nicht zufällig (siehe Verschwörungsdenken)) die perfekte technische Infrastruktur für viele der Tendenzen, die es seit spätestens 2000 gibt).

 

Primär ist der Wettbewerb um „Aufmerksamkeit“, sekundär dann der Wettbewerb um „ausgewählt werden“ und „gut bewertet“ werden. Aufmerksamkeit wird zur Existenzfrage. Marketingdenken wird Teil des Alltagsbewusstseins von jedermann.

 

Alles wird also Option und ringt gewissermaßen um Aufmerksamkeit und gemocht werden.

 

Mit Aufmerksamkeit wird belohnt: Das Vertraute, das Extreme, das Seltene, das Verbotene, das Emotionale.

 

 

Teil B

 

Die weiteren kulturellen Veränderungen, die durch (1) und (2) usw. bewirkt werden (aber wahrscheinlich auch nicht nur dadurch, sondern auch noch durch viele weitere Faktoren)

 

 

a) Die kulturelle Verarbeitung von Vergangenheit und Zukunft (Chronotop):

 

Die Vergangenheit verschmilzt mit der Gegenwart zu einer simultanen Präsenz.

Die Zukunft erscheint als unvorhersehbares Ereignis, das sich nicht mehr aus einer „Entwicklung“ oder „Geschichte“ ableitet.

Wie die kleinen Hindernisse und Monster bei Super Mario et. al.

 

Kombination aus totalem Gedächtnis und Geschichtslosigkeit.

 

b) Die gesteigerte Bedeutung von / Sensiblität für Zeichen und damit auch Ästhetik.

 

Damit steigt auch die Bedeutung der Künste in der Gesellschaft. Nachgelagert dann: Design, Architektur usw.

 

Produkte werden als Identitätsbausteine verkauft. Wohnorte werden als Identitätsbausteine gewählt usw. Dabei spielt dann wiederum die Ästhetik eine entscheidende Rolle aber nicht die einzige. Schönes Beispiel die Webseite: „Freunde von Freunden“.

 

Und diese Identitäten sollen tendenziell „singulär“ sein, nicht „allgemein“. Wobei nicht ganz klar ist, wie die Singularität konstruiert wird, da es sich ja offensichtlich um je allgemeine Formen des Versuchs Singulär zu sein handelt. Die kognitive Lücke füllen wahrscheinlich so etwas wie „Singularitätsmetaphern“. Singularitätsmetaphern sind vielleicht: „Gebraucht, Second Hand“, oder „Gebraucht-Look“, „Eklektizistisch kombiniert“, „(ehemals) peripher“, „ (ehemals) tabuisiert“,

 

c) Dabei eine Art „postmoderne“ Verhältnis zu Zeichen, Denken, Sprechen, Kommunikation usw.:

 

Das Zeichen wird dabei mehr und mehr als „Zeichen im Kontext von Zeichen“ erfahren und als solches explizit (also auf einer Metaebene) mit gedacht. Kategorien wie Zitat, Verfremdung, Ironisierung usw. liegen dabei immer nahe.

 

Tendenziell sinkt dabei die Bedeutung von „Sinn“ und es steigt die Bedeutung des Zeichengebrauchs als soziale Strategie. Etwa: Der zeitgenössische Maler will nichts wahres über seine Seele aussagen (zum Beispiel), sondern mixt intelligent Zitate im vollen Bewusstsein der strategischen Bedeutung des entsprechenden Auftritts im aktuellen Kunstbetrieb, wobei die Verhältnisse kurz davor zu stehen scheinen, dass er das auch genau so sagen kann.

 

Ganz ähnlich operiert die aktuelle republikanische Partei in Amerika.

 

Es gibt vielleicht tatsächlich eine nicht zufällige Beziehung zwischen Postmoderne und Rechtspopulismus.

 

Bestimmte Aspekte der Postmoderne wiederum florieren im Zeichen-Treibhaus Internet.

 

Richtig gruselig wird es, wenn man zusammen denkt:

(i) Die Neoliberale Auffassung eines „marketplace of ideas“ („Erkenntis“ ist das Produkt eines „Marktes für Ideen“, der seiner mathematischen Logik nach besser funktioniert, wenn auch eine Menge Müll in ihn hinein gegossen wird.)

(ii) Die neue (dezentral-monopolistische) digitale Infrastruktur öffentlicher Kommunikation.

(iii) Postmodernes Auffassung von Sprache (Denken usw.) als einem leeren Spiel der Zeichen.

(iv) Rechtspopulismus.

 

Dann kann man sich auch vorstellen:

Einen neuartigen Markt-Radikalen, totalitären, vielleicht noch Fassaden-demokratischen, kulturell und politisch rechtspopulistischen Überwachungsstaat. Das Trumpamerika ist davon gar nicht mehr so weit entfernt.

 

 

d) Die steigende Bedeutung von Stadt und Urbanität und die damit ein her gehende Spaltung der Gesellschaft in „Stadt“ und „Land“.

 

c1)

Der Ort an dem man ist, wird Teil der um Aufmerksamkeit buhlenden medialen Identität, und damit gerade aufgewertet.

 

Entsprechend werden die Städte als Marken und Shopping/ Erlebnis Parks entwickelt. Die reale Stadt soll so sein, dass man sie posten kann.

 

Sanierte Altstädte, international attraktive Architektur, Shopping-Welten, Designhotels usw.

 

Die ehemalige Kultur der Städte, insbesondere auch die Subkultur wird zur zentralen Ressource der Markenstory, und existiert bald auch nur noch als leerer Teil dieser Markenstory (das freie Partyberlin, Kunstszenen aller Art, die wilde Reeperbahn, der urige Viktualienmarkt, ….), und wird damit auch entbehrlich. In diesem Fall genügt eine Zombiehaftes fort-existieren.

 

Damit einher geht eine umfassende Überwachungs- und Sicherheitsarchitektur.

 

Und natürlich: Vertreibung, Exklusion, Bereinigung, Säuberung von allem was nicht schön und erfolgreich ist.

 

c2)

Wo insgesamt Zufall und Verflüssigung herrscht, ist es wichtig, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, also da, wo die Netzwerke physisch sind. Bestes Beispiel Kunstbetrieb.

 

c3)

Eine Ökonomie der Zeichen, des Wissens, ist da angesiedelt, wo die restliche Kulturproduktion ist, also in der Stadt, vor allem in den Universitätsstädten (und vor allem auch an den zentralen Orten der Produktion von Kunst, Design, Architektur usw.).

 

(In dieser Stadt dominieren also: Technologieunternehmen, Unternehmensberatungen, Anwaltskanzleien, Investmentfirmen, Versicherungen, Werbeagenturen, Designbüros, Galerien, Museen usw. Nachgelagert findet sich dann: Alles was dem Self-Enhancement der Leute dient, die in diesen Bereichen arbeiten: Joga Studios, Fitnessstudios, Schönheitssalons, Friseure usw. Nachgelagert weiterhin: Alles was dem Lifestyle-Konsum dient: Restaurants, Bars, Clubs, Bekleidungsläden usw.).

 

Die ungleiche Konzentration von Vermögen und Einkommen in den Wissensbasierten Unternehmungen / Berufen, die die gesamte Volkswirtschaft mehr und mehr prägt, übersetzt sich in eine gleichermaßen unausgewogene Verteuerung der Städte, die diese für alle jenseits dieser Unternehmen / Berufe unerschwinglich macht. Dazu kommt noch die zunehmende Investition der steigenden ebenfalls ungleich konzentrierten globalen Vermögen in Immobilien weltweit, einschließlich der „Raubvermögen“ aus der Zulieferer-Peripherie des kapitalistischen Kerns (Reichtum als Rohstoffen, Reichtum als Billigproduktion usw.). Ausserdem dazu kommt noch die oben beschriebene Entwicklung der Städte als Zentrum von Shopping und globalem Tourismus.

 

„In der richtigen Stadt sein können“, wird damit zur knappen privilegierenden Zugangsbedingung, ähnlich wie: „Auf einer Elite Universität sein können“ usw.

 

Urbanisierung wird also zu einem Exklusions- und Distinktions-mechanismus.

 

Draussen auf dem Land ist der Pöbel, die „Nazis“, die „Antisemiten“, die Frauenfeinde, die Homphoben, die Ungebildeten, die Hässlichen, irgendwann vielleicht auch einmal „die Alternden“, „die Sterblichen“ usw.

 

 

d) Ein neues totalitäres Kontrollparadigma (siehe oben)

 

 

e) Entrationalisierung von insititutionellen Entscheidungen

 

 

Ein nicht-rationaler Algorithmus vergibt Kredite, Wohnungen, Versicherungen, Jobs, Gefängnisstrafen usw.

 

Dahinter wiederum stehen sehr wohl durch dachte Entscheidungen, die von Macht abhängen, die aber erst einmal unsichtbar bleiben.

 

Denn jeder Selektionsmechanismus auch ein blinder, hat systematisch Gewinner und Verlierer, so lange er nicht vollkommen zufällig ist – wobei Algorithmen eben gerade antizufällig sind.

 

f) Rechtspopulismus

 

Teil C

 

Was man davon unter Umständen in den Kirchmoarhof übersetzen könnte. Dabei würde man sich zum Teil auf digitale Gegenwart beziehen, zum anderen auf eine vielleicht herauf ziehende digitale Zukunft (nachstehend: 4 zum Teil und 7).

 

1 Bestimmte „Logische Formen“ die im oben beschriebenen Digitalen immer wieder auftauchen.

 

a bezieht sich auf b, c bezieht sich auf b, d bezieht sich auf c usw.

 

Man könnte das, aufgrund seiner Abstraktheit, auf verschiedene Weise in übersetzen, in Handlungen, in Objektbeziehungen usw.

 

Vielleicht wäre eine Übersetzung in verschiedene „Medien“ also Handlungen und Objektbeziehungen und usw. besonders interessant. Man hätte dann das Gefühl, dass eine bestimmte logische Struktur dem ganzen unsichtbar unterliegt.

 

Das könnte man zum Beispiel sehr gut mit dieser Handlungen-überspringt Raumgrenzen Sache verbinden.

 

Beckett hat seine eigenen Inszenierungen von Warten auf Godot auf eine verwandte Weise „formalisiert“. Das passt irgendwie gar nicht so schlecht. Warten auf Godot passt insgesamt sehr gut. Und zu „Bau“ passt ein wenig zu „der Verwaiser“ von Beckett:

 

Ein niedriger Zylinder, möglicherweise aus Hartgummi, mit 50 Metern Umfang und 16 Metern Höhe, getaucht in schwaches gelbes, um nicht zu sagen schwefelgelbes Licht, das von jedem Quadratzentimeter auszugehen scheint und keinen Schatten wirft, scheint zu atmen, zu keuchen, ja zu zirpen, zu stocken, zu erstarren, bis die synchronisierte Doppelschwingung flackernden Lichtes und schwankender Temperatur wieder einsetzt. In dieser düsteren Atmosphäre bewegen sich etwa 200 ausgedörrte Körper auf bestimmten Bahnen leisen Schrittes durch den Raum. Die meisten von ihnen versuchen mit Hilfe von 15 unterschiedlich langen, schadhaften Leitern nacheinander für eine gewisse Zeit in Nischen zu gelangen, die sich in halber Höhe des Zylinders befinden, auf der Suche nach einem Ausweg, aber offensichtlich ohne jeden Erfolg. Für das Weiterbewegen und Nutzen der Leitern gelten strenge Regeln. Neben diesen unermüdlichen „Suchern“, die sich in der Hoffnung auf einen Kletterversuch entlang eines Pfades längs der Wand, an der die Leitern weitergetragen werden, bewegen, gibt es eine Anzahl von „Suchern“, die im Innenbereich bleiben und in gegenläufiger Richtung auf einem weiteren schmalen Pfad die „Kletterer“ „mit den Augen verschlingen, ohne dabei den Kopf zu bewegen“. Schließlich gibt es eine Gruppe von gleichgültig gewordenen „sesshaften Suchern“, die sich nicht mehr von ihrem Platz rühren, aber dennoch ins Suchen zurückfallen können, und darüber hinaus eine noch kleinere Gruppe von fünf endgültig „Besiegten“. „Ein vernunftbegabtes Wesen“, heißt es, wäre versucht, angesichts der Sinnlosigkeit der Suche nach einem Ausweg ein allmähliches Ausschwingen der Pendelbewegung und eine allgemeine Erstarrung sämtlicher besiegter, allmählich erblindender Körper zu erwarten, also den Kältetod des Zylinders und seiner schattenhaften Restlebewesen. Aber das wäre zu eindeutig.

 

 

2 Kommunikation als Zeichenoperation ohne Sinn

 

 

3 wechselseitige Überwachung (zum Beispiel durch die „Tiere“), und zwar nicht unbedingt durch „sehen“ usw. sondern vielleicht durch neue Sinne

 

Vielleicht auch „Voodooartige“ Interaktionen, oder nur Folgen von solchen Interaktionen. Ein Körper wird zum Beispiel plötzlich irgendwie bewegt, aber man sieht nicht woher die Krafteinwirkung kommt.

 

4 Akteure die nicht mehr 1-1 im alten Sinn Personen sind.

 

Akteuere könnten sich zum Beispiel vervielfachen, so wie ein duplizierte KI.

Akteure können beliebig unvollständig, partiell, temporär usw. sein.

Akteure können sich selbst begegnen.

Akteure können Rollen tauschen.

Vielleicht könnten auch einmal vier Personen da sein (vielleicht einer den man nicht erkennt) und dann wieder nicht mehr.

Das hat einerseits noch wenig mit unserer Gegenwart zu tun. Es sei denn man denkt an Phänomene wie „Bots“ usw.

 

 

5 Verwandt: Exakt die gleiche Handlung, die gleiche Kameraeinstellung aber zweimal in einem verschiedenen Raum.

 

6 Algorithmisches zurück analogisieren

 

Ein Algorithmus ist ja eigentlich nur eine regelbasierte iterative (immer-wieder-Anwendung von Regeln aus einer Regelmenge M auf das jeweilige Resultat der letzten Regelanwendung) Formveränderung.

 

So könnte man zum Beispiel Stoffe machen (siehe zum Beispiel diese Stickmuster).

Oder eine Fläche / Wand etc. aus gefärbten Kuhfladen-Kacheln.

Stark angedeutet ist das auch in den Kacheln.

 

7 Wie würde es in einem digital neu geordneten Bewusstsein aussehen? Interaktion dieses Bewusstseins mit einer Art Matrix um ihn herum usw.

 

Das ist in den Texten von Michi präsent.

 

Auch das hat noch nicht so viel mit der digitale Gegenwart zu tun, aber vielleicht mit der Zukunft.

 

Plus vermischte Ideen:

 

Jemandem als Aktion ein enges Kleid auf den Körper nähen, dass er nur durch zerschneiden wieder ausziehen kann. Ein Ritual daraus machen.

 

Das Kleid könnte die Person „entmenschlichen“ und damit den Würsten annähern. Vielleicht eine Art „Elephant Man“.

 

In einem Ritual einen Kreatur schneidern.

Kirchmoarhof – neo

 

 

 

Narration oder Konzept?

 

 

Versuch einer Narration:

 

Drei Personen in einem Hof

In einer digital und analog vermischten Situation

Der Hof:

ist eine Mischung aus digitalen und analogen Elementen

Er existiert in einer Zwischenwelt, in die Elemente aus beiden Welten hineinreichen. (vgl. Texte zu VG)

 

Der Hof als Algorithmus (als digital-analoger Algorithmus) Er funktioniert kybernetisch, als Feedback-System.

Erkennt Muster, trifft Entscheidungen. Wie tut er das?

Produktion von goldenem Teig. Im zur Verfügung Stellen kommunikativer Objekte, Situationen. Bspw. Die PVC-Würste als Partner. Im Kaminzimmer erscheint digitales Feuer.

 

Alles zu platt! Zu direkt und gleichzeitig zu beliebig und irgendwie auch belanglos.

Ich finde keine Notwendigkeiten!

 

Meiner Ansicht nach ist ein hinschreibbarer Inhalt immer Platt. Das nicht Platte liegt in der Form im weiten Sinn.

Es reicht also eine einfache Idee oder irgendeine Idee, die es ermöglicht, dann in irgendeiner halbwegs bestimmten Richtung an der Form zu arbeiten – aus meiner Sicht.

Der Hof als Algorithmus finde ich nicht schlecht. Das würde das Bestehende bereits verbinden.

Die genannten Ideen sind entsprechend nicht zu platt, finde ich, als Ausgangspunkt.

 

Das Problem, das ich mit einer austestenden Herangehensweise habe ist, dass die extrem zeitaufwendig ist und sehr hohe Frustrationstoleranz erfordert.

 

Sicher ja. 7 Jahre Ulysses. 20 Jahre Auf der Suche nach der verlorenen Zeit …

 

Beides hab ich grad nicht so im Übermaß. Klar gibt es immer Herangehensweisen, bei denen sich das dann am Ende wunderbar zu einem Ganzen ergibt, aber ich habe bei meiner Diplomarbeit schon auch gemerkt wie anstrengend das ist, wie viel Energie man reinstecken muss. Ich musste mich da völlig reinbegeben, um noch irgendeinen Sinn aus dem Ganzen zu entwickeln und auch das hat nicht wirklich gut funktioniert muss ich im Nachhinein einsehen.

 

Hmm. So schlecht war es nicht. Aber man hätte wahrscheinlich noch länger daran arbeiten müssen, sich erlauben weite Teile auch wieder zu streichen usw.. Ich denke immer, ein Jahr für eine Arbeit ist ein vernünftiger Zeitraum.

 

 

Eine Regel gibt’s ja: Alles muss im Hof passieren.

Man könnte die natürlich schon auch hinterfragen, welchen Sinn das macht. Es muss ja was Besonderes an dem Ort sein, sonst würde man diese Regel ja nicht aufstellen. „Natürlicherweise“ stellt man so eine Regel auf, weil man eh für eine bestimmte Zeit an dem Ort ist (Die kleine Freiheit und das eine Zimmer), weil der Ort geschichtsträchtig ist oder aus sich heraus sehr stark eine Ästhetik vorgibt.

 

Man kann doch auch einfach beschließen, mit einem Haus als Haus zu arbeiten, und mit eben sonst nichts anderem. Warum nicht?

 

Also: Warum muss alles in dem Hof passieren? Da braucht es eine möglichst präzise und zwingende Antwort.

 

Zum Beispiel weil das Gebäude und das was in ihm passiert wie ein Algorithmus ist, oder etwas in der Richtung?

 

Eine zweite Regel, die schon wieder nicht mehr so klar ist:

Wir liefern Interpretationen der Räumlichkeiten.

Aber eine präzisere Regel gab es doch noch nie.

Was bedeutet das genau?

Wird versucht den Grundcharakter der Räume mit unserer Anwesenheit und Handlungen zu betonen?

Ja. Ich finde, das läßt sich auch über die Algorithmus-Idee interpretieren.

 

Noch mal etwas genauer:

 

Ich finde eine Verbindung aus folgenden Momenten interessant:

 

1) Das Haus als Informationsstruktur verstehen. Damit kommen Dinge wie: Physische Raumgrenzen und Bedeutungsfeld der Gegenstände („Zeug-Charakter“ bei Heidegger), Erinnerungen oder vergangene Ereignisse, die in den Räumen „hängen“ usw. auf die gleiche Ebene.

 

2) Wir sind keine richtigen Personen, sonder mehr Körper, oder …

 

3) Dieser Körper oder … sind auch Teil der Informationsstruktur

 

4) Sie sind als solche „Funktionen“ des Hauses. Werden Teil einer organischen „Maschine“, oder eines Algorithmus, die das Ganze ist.

 

In dieser spezifischen Art des Teil-von-den -Räumen bzw. Teil-vom-Haus-sein könnte das Prinzip liegen, dass die Sequenzen, die wir haben, verbindet.

 

Erzählen muss man den digitalen Teil des Ganzen nicht unbedingt über die Filmsequenzen die wir haben.

Sondern zum Beispiel, wie gesagt, über so etwas wie diesen dynamischen Rahmen, den ich dir schmackhaft zu machen versuche, oder so wie du in der Instagramm Überlegung schreibst.

 

 

Warum wird das gemacht?

Der Sinn der Teile ergibt sich rückwirkend aus dem Sinn des Ganzen, aus der Logik des Ganzen, die es ja noch nicht gibt.

Was ist daran interessant?

Die Teile werden durch das Ganze (seine Struktur, sein narrativer Sog, seine Ästhetik, seine Dichte usw. usw.) interessant. Die Aktion: Raum interpretieren allein ist noch nicht interessant.

Das gilt auch für fast alle anderen unserer/eurer Arbeiten.

Warum eignen sich genau diese Räume in diesem Hof dafür?

Dann sollte man mit allen was machen.

Was ist in diesen Räumen passiert, die eine solche Herangehensweise sinnvoll macht?

(In der kleinen Freiheit ging es darum sich einen fremden Privatbereich anzueignen. Das war ja ein vollständig möbliertes Zimmer, in dem über Jahrzehnte Menschen gelebt hatten. Der Hintergrund war da glaube ich schon wichtig. Etwas Vergleichbares kann ich beim Hof nicht wirklich finden.)

 

Was ich sagen will:

Wenn man die Arbeit nicht von Anfang an aus einem Konzept entwickelt (wie bei deinem Stadl),

dann kann sich Sinn, Anziehungskraft usw. nur top down ergeben, nicht umgekehrt. Es macht also nicht so viel Sinn zu viel an der Logik/Berechtigung der Ausgangspunkte zu zweifeln. Das Ganze gibt dann den Teilen als Ganzes die Kraft, die Legitimation usw.

 

Nebenbei: Ich finde keine einzige unserer/eurer bisherigen Arbeiten besonders logisch/zwingend. Eher tendenziell zu wenig logisch/zwingend. Das ist alles voller beliebiger Setzungen, loser Enden,

usw.

Logisch/zwingend sind teilweise die Sachen die, du allein gemacht hast. Am meisten der Stadl. Am zweit meisten das Haus.

 

Die Räumlichkeiten sind heterogen. Sie sind Monaden, haben in der Regel keinen Bezug zu ihrem Nachbarraum. Die Räume sind Bilder. Sie wurden von einem Menschen gemacht, um ausgestellt zu werden oder um Auszustellendes zu präsentieren.

Eine Assoziation, die mir noch am Ehesten plausibel erscheint, ist die Analogie zum Internet:

Die Räume verhalten sich wie Internetseiten, die jede für sich existieren, aber untereinander evtl. Links haben. Manche auch nicht. Der Hof als Ganzes wäre dann entweder das gesamte Internet, oder aber eine Website, auf der es Unterseiten gibt, die komischerweise nicht wirklich mit dem Ganzen korrespondieren.

 

Ja. Unter anderem. Wie gesagt, ich finde die ganze Richtung gut. Darauf zielen auch meine letzten beiden Vorschläge (Mails von gestern).

Das heißt: Das ganze was da ist: Haus, Aktionen usw. in irgendeiner Weise als Informtionsstruktur interpretieren, was man dann irgendwie mit dem digitalen in Verbindung setzen kann.

 

Oder kann man den Hof als Instagram analogisieren?

 

Ja. Unter anderem. Wie gesagt, ich finde die ganze Richtung gut. Darauf zielen auch meine letzten beiden Vorschläge.

Das heißt: Das ganze was da ist: Haus, Aktionen usw. in irgendeiner Weise als Informtionsstruktur interpretieren, was man dann irgendwie mit dem digitalen in Verbindung setzen kann.

 

 

Als einen Instagram-Account, der lose zusammenhängende Sequenzen produziert. Es sind ja Räume des Ausstellens und Räume die sich ausstellen. Der zeitgenössische Ansatz wäre ja Instagram.

Man kann da jetzt einfach auch einen Account machen und wirklich Bilder und Videos posten.

In einer möglichen Ausstellung würde ich das dann aber wieder in den Realraum bringen. In der Form von skulpturalen „Nachbauten“ (zum Beispiel vom Weintrauben-Teil) und Accessoires.

 

Ich hatte gestern Nacht noch eine Idee für das Teppichvideo:

Eine relativ kurze Sequenz wiederholt sich wie ein GIF. Das wird auf einem Video-Bilderrahmen abgespielt, der sich in einem flachen gepolsterten Case befindet, das an einer Kette oder einem Gurt befestigt ist. Wie eine Art Handtasche. Das kann dann in der Ausstellung entweder von uns getragen werden, oder über einer Skulptur hängen.

 

Wir sind also dann in der Ausstellung Teil dieses - dann analogen – Instagram-Accounts.

 

 

 

Der Hof ist eine Kombination von leicht seltsamen, aber im Grunde langweiligen Räumlichkeiten. Angeranzt, leicht schimmlig. Man kann sich vorstellen da sind schon Leute gestorben. Ein Misthaufen vor der Tür. Es ist immer zu kalt und zu feucht. Venedig im Winter, da möchte niemand hin. Warum sollte man da bleiben? Der undigitalste Ort soll plötzlich zum digital-analogen Hybriden werden. Das wäre ja eine interessante Spannung, aber wie erzählt man das, ohne in Plattitüden zu rutschen?

 

 

Wie gesagt: Ich denke ein hinschreibbarer Inhalt immer irgendwie platt. Das nicht-Platte liegt in der Form.

Wie man das „nicht-platt“ erzählt, kann man sich also vielleicht gar nicht ausdenken. Man muss sich eher im Prozess der Formfindung annähern – aber gut, dass ist jetzt so meine Art.

 

Wie kann das Digitale zur Darstellung kommen?

 

Für ein straffes, künstlerisch interessantes, „krasses“ Konzept sind wir mittlerweile zu bürgerlich. Ohne klar definierten Zeitraum, ohne Bewohnung, geht uns genau das abhanden, was wir früher immer für essentiell gehalten haben und damit der Reiz für den Betrachter.

 

Ja. Es sei denn man macht was krasses, das 4 Tage lang dauert. Das krasse muss halt dann in der Aktion liegen.

 

Er wird nicht mehr Zeuge einer „krassen“ Aktion, kann sich nicht mehr vorstellen, wie wir da gelebt haben. Es findet keine Mythenbildung statt.

 

Ja.

 

Präsentierte Realität und vom Betrachter Imaginiertes mischen sich nicht mehr. Es stellt sich kein Zauber ein. Daraus folgt: Nichts wirkt zwingend, alles könnte auch anders sein. Der Eindruck von Beliebigkeit und Belanglosigkeit stellt sich ein.

 

Klar.

 

Die Flucht ins Politische funktioniert nicht. Der Hof bietet in seiner jetzigen Form keine Anknüpfungspunkte. Man könnte das Abgründige herausarbeiten: Innzucht, Unterdrückung, Knechtung, Einsamkeit, Routine, Normen, Christentum, Volksglaube, Krankheit, Schimmel und Verwesung.

Ist eine Narration ein Ausweg? Eine Narration wäre entweder zu komplex oder zu platt. Sehr schwierig zu fassen und zu transportieren.

 

Denke ich nicht. Das „Krasse“/Zwingende/Intensive/Notwendige/Zauberhafte usw. kann genauso im Ästhetischen, in der Struktur, in der geistigen Durchdringung usw. usw. also in der Form im weiten Sinn liegen. Die Nachtwache von Rembrandt ist intensiv ohne Ende, also jetzt nur ein Beispiel, ohne irgendeine krasse Realität und bei gleichzeitiger inhaltlicher Belanglosigkeit. Oder irgendein Bild von Vermeer usw.

 

In gewisser Weise ist das schwieriger und dauert länger, weil mehr Durcharbeitung erforderlich ist.

 

Und: Bis kurz davor, dass es etwas ist, bis sich alles als Form zusammen schließt, ist es nichts, oder fast nichts.

 

Wenn man von einem straffen Konzept ausgeht, ist es sofort etwas. Man tut sich also leichter.

 

Adorno würde sagen, es ist egal wo du anfängst. Du kannst im Wortsinn überall und mit allem anfangen. Am Ende geht es um die innere Notwendigkeit der Form im weiten Sinn, die sich jeder Planung und verkürzten Rationalität entzieht und die nicht gemacht werden kann, sondern die aus dem Prozess emergiert, dann aber plötzlich durchaus derart ist, dass sie Geist/Idee/Intellekt usw. verkörpert, aber nicht so, dass man dies einfach direkt heraus lesen könnte, sondern so, dass es eine offene endlos fruchtbaren Interpretation ermöglicht, dass es also aktiven, produktiven, lebenden Inhalt schafft ….

 

No Country for Old Men: Sind wir drei und der Hof im Grunde eine Person? Gaia. Ne, auch das ist kein Ausweg. Zu esoterisch.

Alles ist sehr zerfleddert. Das ist so, weil kein reduziertes Konzept / reduzierte Narration überzeugen kann. Ein großes Metakonzept, das versucht die Kleinteiligkeiten zu verbinden, ist eine schlechte Idee. Wenn man schon keine Kurzgeschichte formulieren kann, dann sollte man aus dem Stoff keinen Roman machen wollen.

 

Das denke ich nicht. Man kann ja eine Kurzgeschichte formulieren.Siehe oben, beispielsweise „Algorithmus“. Die Zusammenhangslosigkeit ist auch wieder nicht soooo groß.

 

Und es gibt nach wie vor die einfache durchgängige Idee: Wir interpretieren die Räume. Insofern ist doch alles ganz stringent.

 

 

Die logische Möglichkeit besteht darin, die offensichtliche Zusammenhangslosigkeit und Beliebigkeit zum Konzept zu machen. Ein wildes Durcheinander von Szenen, Ästhetiken, Handlungen, Räumen ohne ersichtliche Ordnung. Fragmentarisch, verunsichert, ohne Boden, ohne Ort, Ohne Erzählung, geglitchter Schnitt, Unstimmigkeiten, abbrechende Musik, Schockerszenen mit Fleisch und Kacke und Blut, Folter, Gewalt, Liebe, Sex, in Sekundenbruchteilen. Dann quälend lange das Bad, dann zack seltsame hautige Animationen. Völlig losgelöst. Usw.

Instagram Ästhetik: Innzuchten präsentieren sich aufreizend mit goldenem Teig auf dem schimmligen Küchentisch, im schimmligen Keller. Für einen Sekundenblitz.

Dann Schockervideos von Enthauptungen. Oder Katastrophen mit Kunstblut und Hackbeil in der Küche. Vergewaltigungen in der Schoppenstube, wo vorher noch der nackte Grieche war. Sofort draufgeschnitten.

Der Hof als digitales Irrenhaus.

 

Ja, würde sicher gehen. Würde sicher Spaß machen. Aber wie gesagt: Es geht, glaube ich, auch anders.

 

 

Kommunikation: Wer kommuniziert mit wem und wie?

Können die Bewohner miteinander normal kommunizieren, also sprechen? Und wie sprechen sie dann? Welche Sprache, welche Codes benutzen sie? Eine fast normale Sprache, die aber grammatikalische und begriffliche Eigenheiten hat. Eine umgangssprachliche Kunstsprache. Arty Slang.

 

Ein goldener Teig, in den Informationen geknetet werden.

Und der gebacken als „Skulpturen“ im goldenen Zimmer vorkommt, oder als goldene Steine/Brote am Boden

 

 

 

 

 

 

 

 

07.03.2019

 

 

Andi:

 

Ich finde eine Verbindung aus folgenden Momenten interessant:

 

1) Das Haus als Informationsstruktur verstehen. Damit kommen Dinge wie: Physische Raumgrenzen und Bedeutungsfeld der Gegenstände („Zeug-Charakter“ bei Heidegger), Erinnerungen oder vergangene Ereignisse, die in den Räumen „hängen“ usw. auf die gleiche Ebene.

 

2) Wir sind keine richtigen Personen, sonder mehr Körper, oder …

 

Ich würde die Person nicht weglassen. Da beraubt man sich doch einer wichtigen Komponente.

Ich würde sagen wir sind schon Personen, aber eben auch Körper und sowohl als Personen, wie als Körper Teil des Ganzen.

 

3) Dieser Körper oder … sind auch Teil der Informationsstruktur

 

4) Sie sind als solche „Funktionen“ des Hauses. Werden Teil einer organischen „Maschine“, oder eines Algorithmus, die das Ganze ist.

 

Ich hab wirklich heute lange nachgedacht und kann mir einfach nichts Konkretes vorstellen, wie wir als Menschen Funktionen des Hauses werden sollen. Mir kommt einfach gar nichts. Kannst du mir da helfen?

 

In dieser spezifischen Art des Teil-von-den -Räumen bzw. Teil-vom-Haus-sein könnte das Prinzip liegen, dass die Sequenzen, die wir haben, verbindet.

 

Ich glaube das ist vom Betrachter nicht zu erkennen. Dafür fehlt zu sehr eine verbindende Form. Das passiert ja immer anders. Es funktioniert ja nur mit Mühe die vorhandenen Szenen irgendwie darunter zu versammeln, das jemand da von selbst draufkommen sollte, oder auch nur in die Nähe kommt halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Ob überhaupt so eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl oder eine Verbindung von Mensch und Haus beim Betrachter aufkommt, würde ich auch nicht voraussetzen. Ich glaube das ist sehr sehr schwierig zu erzeugen, weil man sich ja schon „natürlicherweise“ in Räumen aufhält. Ok wir machen teilweise komische Sachen, aber mehr mit den Räumen verbunden als jemand, der in einem Bett schläft oder duscht sind wir wirklich nicht und da würde ja auch keiner auf so eine Idee kommen.

 

Was mir beim Anschauen des Rohschnittes noch stärker aufgefallen ist:

 

Diese Grundrichtung von „leicht ranzige Perversion in einem Haus.“

Da gibt es dann doch entfernte Beziehungen zu:

 

Die 120 Tage von Sodom (Passolini).

Das große Fressen.

 

Eva hat spontan gesagt: Eine träge Orgie mit dem Haus. Und: „Man weiß nicht, wie das zusammengehört, ob das überhaupt im selben Haus passiert“.

 

Da fiel mir dann auch wieder einer der allersten Texte auf, den du ganz am Anfang des Projektes geschrieben hast. Diese Sache mit dem Bauer usw.

Und genau in diese Richtung hat sich jetzt auch alles bewegt. Oder?

 

 

Erzählen muss man den digitalen Teil des Ganzen nicht unbedingt über die Filmsequenzen die wir haben.

Sondern zum Beispiel, wie gesagt, über so etwas wie diesen dynamischen Rahmen, den ich dir schmackhaft zu machen versuche, oder so wie du in der Instagramm Überlegung schreibst.

 

 

zu 1)

Wie kann das Haus als Informationsstruktur sichtbar gemacht werden / darstellbar werden?

Alles muss ineinander übersetzbar sein.

Braucht es dazu einen Mittler? Eine Art Währung? Ja ok, das Digitale, aber wie soll das dann aussehen? Sind das digitale Animationen, also was Visuelles? Zahlen? Töne? (was dann niemand versteht), visuelle, haptische Codes? (Kann das jemand verstehen?) Ja. Es reicht ja ein

Wie könnten solche visuell-haptischen Codes aussehen? Sind das bspw. deine Paneele?

 

Das Digitale erzählen:

 

1) Vielleicht es einfacher, jetzt ganz praktisch, das nicht direkt in den Filmsequenzen zu erzählen, sondern durch ihre Einbettung in etwas anderes.

 

Die Paneele könnten einen visuell-haptischen Code abgeben ja. Vor allem wenn sie dynamisch sind: Farbe und Textur ändern usw.

 

Jetzt ganz plattes Beispiel: Die Panele werden alle rot, und im Film bricht Gewalt aus.

 

 

 

Assoziationen / Annäherungen an Räume:

 

A) Das Bad:

Die Oma fehlt.

Spiegelschrank lässt an eine Oma denken. Ländliche Spießigkeit. Vom Misthaufen weht Dunggeruch und mischt sich mit dem kalten Mief alter Toiletten. Der Boiler hängt wie ein Alien im Kokon an der Wand, weil er jünger ist.

Was darin passiert ist wissen wir nicht. Was könnte darin passiert sein? Das türkische Bad.

Kubische, kastenartige Stimmung. Wirkt klein und beengt. Ort der Reinigung. Könnten aber auch Schlachtungen stattgefunden haben. Beim Kacken dampft es sicher. Das ist auch ein Ort der Ausscheidungen. Es gibt hier die meisten Abflüsse. Afterraum. Parfum drauf und Hose wieder an.

 

 

B) das Kellerloch:

Hier wird es dark.

Der schimmlig-modrige Eindruck wird visuell von weißen Pilzwolken in den Ecken bestärkt. Wenn man sich lange genug an diesem Ort aufhält wird einem die Haut erst grau und dann grün. Können Menschen Moos ansetzen? Wo kommt man raus, wenn man im Keller anfängt zu graben? Will man etwas vergraben oder etwas ausgraben? Verdecken oder offenlegen? Sucht man einen Ausweg oder eine Endstation für seinen Körper?

Kellerloch, bist du der After des Hauses? Vielleicht bist du eher der Blinddarm. Eine Sackgasse. Hier lagern sich Dinge ab, die sonst nur durchtreiben, aber das kann zu Entzündungen führen und wenn man nicht aufpasst und gut behandelt, dann können Durchbrüche entstehen. Das ist lebensbedrohlich. Dich kann man ausputzen. Blitz blank putzen. Mit den Händen und sonst gar nichts. Ohne Hilfsmittel nur mit dem eigenen Körper den ganzen Raum blank putzen. Eine Drecksarbeit, bei der man eins wird mit dem Raum, dem schimmligen. Das ist nicht gut für deine Lungen, aber so kommt das Haus in dich. Du bist ja schließlich auch in ihm.

[ Kann man im Keller wirklich ein Loch graben? Über einen längeren Zeitraum? 4 Tage lang. Das wäre ein Traumbild. Data-Mining! ]

 

C) Die Schoppenstube:

Eine urbane Trunkenheit im Exil

Was soll man dazu noch sagen? Hier passt gar nichts zusammen. Am wenigsten die Fenster zum Interieur. Es hängen Ideen von Suff und Männerschweiß wie Zombies in der Luft. Das ist traurig. Der Raum ist untot gefangen im Exil. Ein Bierdimpfl kann sein gar nicht so kleines Gemächt unter der Wampen nicht mehr finden und besudelt seine gelbtalgige Unterhose mit glasklar sprudelndem Urin. Ich weiß nicht, warum die Weibsbilder nur unter den Tischen sitzen.

Die Decke ist auch hier viel zu tief.

[Der nackte Grieche müsste nochmal hochkant gefilmt werden. Wenn wir keinen einheitlichen Film produzieren wollen, sondern evtl. unterschiedliche Screens / Projektionen in einer Installation haben, dann kann auch ein vertikaler Screen dabei sein.]

 

 

D) Die Küche:

In der Küche wird gekocht. In der Küche wird gebacken.

Mir fällt da nur der riesige Teig ein, an dem geknetet wird. Das ist entweder ein Hefeteig oder ein Salzteig.

Ich könnte mir vorstellen, dass man aus Salzteig Passstücke formen könnte, mit denen man dann eine Skulptur baut.

 

 

E) Der Gusto-Kuhstall:

Wenn hier jemand liegt, kann es passieren, dass man ihn eineinhalb Stunden lang nicht entdeckt. Wieviel Rost sich hier angesammelt hat. Kratz ihn ab, sammel ihn in einem Glas und mach Farbe draus. Hat jemand hier sein Glück verloren? Der wird’s nicht mehr wiederfinden. Das ist eigentlich die belastendste Sedimentation bedeutungslos gewordener Gefährten. [Welches Loch wurde da mit dicken Holzbalken überbrückt? Kann man das freilegen? Zur Not könnte man auch hier graben.]

Die Parallelität zu meinem Zimmer ist erschreckend. Nach welchem System ordnet der Algorithmus? Wie gräbt er sich durch die Sedimente? Was erscheint ihm wertvoll? Sucht er nach Farben? Nach Formen? Nach Analogien und Regelmäßigkeiten? Und jetzt ordne das neu. Im Flutlicht. Das Licht muss klar und präzise sein. Laboratmosphäre im Gusto-Kuhstall. Baustrahler bring Ordnung!

//////////

1) 

Struktur 

 

Es braucht irgendeinen Grund für die geblenderten Räume, oder? Der Grund könnte folgende Schichtung sein - so zeichnet es sich zumindest jetzt gerade ab: 

 

A) Rahmen-Welt-Installation

B) Geblendete Räume mit Audio in die sekundär der Film rein schwappt irgendwie - dann brauchen wir, Michi, für alle Räume einen Text / ein Audio  : ) 

C) Filmorte mit den eigenen Filmen 

 

 

Filmische Verbindungen zwischen den geblenderten Räumen. 

 

 

2) 

Mittlerweile gefällt mir vielleicht gut, dass dieser Installationsrahmen noch nicht der Hof in irgendeiner Form ist. 

 

Das macht es komplexer und offener. Es ist nicht so: "Ah, ok, da sind die und die Räume, die kann man jetzt alle anschauen, ok.“ 

 

Man hat schon ein einheitliches Ganzes, aber es bleibt spannend, von welcher Natur es eigentlich ist. 

 

Dann ist da dieser Gegensatz: Die ruhige Ebene unter der es leicht schmutzig blubbert. Das ist so gleichzeitig da. 

 

Irgendwie ist das ganze Geschehen auf dem Hof in dieser Ebene präsent, obwohl es verborgen ist. Geisterhaft präsent quasi. Gerade dadurch irgendwie mehr seltsame/interessante Präsenz, dass der Hof / die Räume nicht gezeigt werden. Es ist auch kein Sprung in etwas ganz anderes, wenn man in die Räume kommt. Mehr ein Phasenübergang innerhalb der gleichen Präsenz von dem was alles passiert. 

 

Anderer Meinung? 

 

 

3) 

Will jemand einen Corbusier Sessel bauen? 

 

Oder die Küche? 

 

 

4) 

Irgendwas fehlt noch, oder? 

 

5) 

Habe ich irgendwelche Ideen vom letzten Zoom noch nicht eingebaut? 

 

Die Verbindung Raum / Video im Bad ist noch nicht genau so, wie Melina vorgeschlagen hat. Da mache ich noch eine entsprechende Variante. 

 

 

6) 

Könnt ihr mir eure Zeichnungen schicken? Vielleicht kann man mit denen ja noch was machen. 

 

7) 

Sollen wir manchmal auch über Sprache Verlinken? Wäre oft hilfreich. Für diesen Fall wären kurze sprachlich interessante Dinge gut. 

Das wäre dann auch eine weitere Bedeutungsschicht. 

Dialog zu 1 -  7:


Gleich zum Passwort:

Ich finde ein Passwort sowieso super. Das macht es exklusiv und den Link zur Seite zu einem Privileg. Ich denke dann schauen sich die Privilegierten die Seite aufmerksamer an. ;-) 

 

Gesendet: Mittwoch, 22. April 2020 um 12:01 Uhr
Von: "Andreas Woller" <andreas.woller@gmx.net>
An: "Michael Schmidt" <michl.schmidt@gmx.de>, melina.hennicker@freenet.de
Betreff: Re: To Do, Überlegungen, ...

klar verständlich kein problem. 

 

Am 22.04.2020 um 09:36 schrieb Michael Schmidt <michl.schmidt@gmx.de>:

 

Hi,

ich schreib jetzt mal, was mir so aufgefallen ist bei den neuen Versionen.

Das hört sich jetzt glaube ich gleich nach viel Kritik an, bitte nicht erschrecken. Ich finde die neuen Räume, Stall und Stube ne gute Ergänzung. Grade bei der Schoppenstube ist glaube ich viel Potenzial und es wirkt schon recht gut finde ich. Der Gustlstall wäre mir jetzt noch etwas zu leer und duster vielleicht, hat aber auch schon eine sehr gute Raumwirkung.

Ok, dann geh ich jetzt mal in die harte Kritik ;-):

 

Allgemein:

Aus meiner Sicht sind einige der Videosequenzen zu langsam. Ich befürchte das hält den Besucher nicht.

Kann sein, ja. 

 

Dazu kommt, dass die Videos sich leider auch bei mir schlecht laden, die Seiten sich aufbauen. Auch da befürchte ich, dass es den Besucher leider eher nervt , den Besucher aus dem Erlebnis der Seite wirft. Das fände ich sehr schade.

Ja, das ist ein Problem. Vielleicht wird es besser, wenn die Videos kleinere Datenvolumen haben. Dazu müsste man sie mal klein rechnen, dann können wir das testen. 

 

Deswegen würde ich eigentlich die Videosequenzen wieder reduzieren und das stehende Bild mit Interaktionsmöglichkeiten stärker machen. Ich finde auch, dass das eine zusätzliche Klarheit für den Besucher schafft.

Das finde ich überhaupt nicht. Ich finde, dass das Video das ist, was dieses tendenziell unkörperliche, abweisende, zu technische von dem Internet Medium wieder aufhebt. Also das, was es einem erlaubt mit dem eigenen Körper an zu docken.

Vielleicht finde ich auch die unterschiedlichen Rezeptionsmodi verwirrend? Video passiv, Bildseite interaktiv

 

Ja das ist heterogen klar. Es sollte aber beides organisch verbunden sein. Nämlich so, dass die Filme so lang sind, dass sie in ein Standbild übergehen, in das man dann wieder klicken kann und so. 


Persönlich fand ich den einfacheren Aufbau der vorherigen Version zugänglicher.

Das ist so eine Abwägung. Wenn es zu einfach ist, dann verliert es an „Persönlichkeit“ und ist weniger ein eigenes komplexes Wesen, ein substanzielles etwas, das im Internet lebt anstatt nur ein paar Seiten, wie alle die anderen Summen von n Seiten, denen man im Netz begegnen kann. Wenn man die Struktur zu sehr „sieht", „leicht versteht“, dann ist es kein autonomer Organismus mehr, und dann hakt man es ab als: Ah ok, Internet Seite. Hier ist was, da ist was, fertig. 

ein lebender Organismus: Das ist eigentlich ein schöner Anspruch. Aber brutal schwer zu erreichen? Oder? Schon allein technisch. 

 

Ja klar. Aber die filmischen Raumverbindungen, die das hineinragen der Filme in Räume usw. das geht doch schon in die Richtung. Man hat nicht mehr das Gefühl, dass man sich in einer reinen „Linkverbindung“ bewegt, finde ich. 


Dabei ist nicht wichtig, dass es unübersichtlich ist.

Es sollte nur so sein, finde ich, dass man den Eindruck hat, das ist etwas essenziell anderes als ein Linkzusammenhang. Aber trotzdem über mehrere Seiten verteilt … 

Und dieses anderes-sein-als-ein-Link-Zusammenhang ist schwer zu erreichen, wenn es zu einfach ist. 

Zur Installation (Strukturebene 1A): 

Momentan bestätigt sich bei mir der Verdacht, dass ich so eine Installation am Anfang als verwirrend und irreführend empfinde. Wie der letzte Schritt vor dem ersten oder so. Ich denke für solche doch komplizierten Schachtelungen in der Struktur oder Form ist der Inhalt schon zu komplex. Ich würde dazu tendieren die Struktur so simpel wie möglich zu halten und den Inhalt dann massig und komplex wirken zu lassen. Man muss ja davon ausgehen, dass der Besucher nichts kennt. Wenn die Handhabung der Seite eindeutig und leicht verständlich ist, nur dann kann gibt es galube ich überhaupt die Möglichkeit sich auf den Inhalt einzulassen.

Als Strukutrebene A würde ich das "Puppenhaus" nehmen. Ich finde das visuell sehr ansprechend und es wird sofort vermittelt, dass es sich im Folgenden um ein häusliches Arrangement handelt oder so. Find ich total zielführend. Auch der einerseits abgeschlossene andererseits offengelegte Charakter der Arbeit wird perfekt vermittelt.

 

Zugänglichkeit ist natürlich wichtig, klar. 

 

Aber auch nochmal wie gesagt: 

1) 

Das ist so eine Abwägung. Wenn es zu einfach ist, dann verliert es an „Persönlichkeit“ und ist weniger ein eigenes komplexes Wesen, ein substanzielles etwas, das im Internet lebt anstatt nur ein paar Seiten, wie alle die anderen Summen von n Seiten, denen man im Netz begegnen kann. Wenn man die Struktur zu sehr „sieht", „leicht versteht“, dann ist es kein autonomer Organismus mehr, und dann hakt man es ab als: Ah ok, Internet Seite. Hier ist was, da ist was, fertig. 

Dabei ist nicht wichtig, dass es unübersichtlich ist. 

Es sollte nur so sein, finde ich, dass man den Eindruck hat, das ist etwas essenziell anderes als ein Linkzusammenhang. Aber trotzdem über mehrere Seiten verteilt … 

Und dieses anderes-sein-als-ein-Link-Zusammenhang ist schwer zu erreichen, wenn es zu einfach ist. 

2) 

Diese Verschränkung der Ebenen: 

Ausstellung, Darstellung einer Ausstellung, Ausstellung in der Darstellung einer Ausstellung usw. ist schon konzeptionell sehr interessant und gibt der Arbeit einen interessanten Dreh, den ich so noch nie gesehen habe. 

An sich finde ich das auch. Ich hab nur die Befürchtung, dass das keiner versteht, weil es eh schon so viele Ebenen gibt. Aber ich kann mich auch täuschen und die Ausstellungsschicht ist eine ganz wichtige zusätzliche Schicht für die Arbeit. 

 

Was die Leute verstehen, ist wirklich schwer zu beurteilen. Du hast schon recht: Wir / Ich sind halt total drin in dem Ganzen. Eva hat schon auch etwas ähnliches gesagt wie Du, zum Beispiel. 

 

Man müsste den Einstieg über das Puppenhaus so machen, dass es nicht zu trivial ist. Ideen? 

 

Und: Die Aufgabe, dass man es nicht mit einem simplen Linkzusammenhang zu tun hat, sondern einer organischeren interessanten Zusammenwachsung verlagert sich dann noch mehr als bisher auf den anderen Teil der Seite. Auch hier sind alle Arten von Ideen wichtig. 


Wenn das so ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass sich die Ausstellungsansicht ganz deutlich von den anderen abhebt: Sauber, hell, weißer Raum, angeranzte Exponate darin oder so. Anders als der eher schummrige Rest. 

 

Ja, Die Schwierigkeit wäre, dass es dann nicht zu technisch aussieht : (. Der Vorteil an dem Verschummern ist, dass das doof Digitale weg geht. 


3) 

Wie gesagt: Für mich ist die Gefahr bei Internet Arbeiten eher umgekehrt, dass man zu schnell erfasst, und in den Modus des „schnellen Abhakens“ kommt, den man sonst im Netzt anwendet. 

 

Und ich würde denken: Stellt sich die gewohnte Netzerfahrung nicht wenigstens zu Beginn ein, habe ich keine Motivation mich weiter damit zu beschäftigen. Also ich denke man braucht so ein Zuckerl am Anfang, damit die Leute dran bleiben. Blöd, aber nötig?

 

Auch wahr. Hmm. Eine gewisse Grundmotivation ist aber so wie so Herausforderung. Ich sehe bei meiner Seite: Ich habe eine Absprungquote von über 80% - höre aber immer wieder von Einzelnen denen es richtig gut gefällt. 

 

4) 

Der Gedanke: Ein Haus, in dem Leben Leute und machen verschiedene Sachen je Raum, ist einfach kann aber auch zu einfach sein.

 

Ich glaube nicht zu einfach. Das ist der eine Gedanke, der eine Satz, auf den man das reduzieren kann, wenn man will. Und der ist am Anfang glaube ich super wichtig. Als erste Orientierung. 

 

Auch wahr. Eine Formel ist immer gut, wie wir schon oft geredet haben. 

Das BAd oder der Rattenkönig sind dann ja visuell und von der Handlung schon etwas außergewöhnlich und unnormal, oder auch der Bacchus. Also ich glaube vor zu viel Einfachheit und Normalität muss man nicht so viel Angst haben. 

 

Ja, es hängt dann sehr viel an den Videos. Die müssen es dann bringen. Dann muss dann noch was her, denke ich. Zum Beispiel das Essen. Ein Manko bis jetzt ist, dass der Rattenkönig fehlt. 


So tief wie man selbst steckt ja sonst niemand drin. 

 

D  hast ja sowieso schon eine überdurchschnittlich große Hirnkapazität und Verkomplizierungsvermögen. Allein da kommen ja die meisten schon nicht ran. Und dann sind sie noch nicht mal eingearbeitet. Was dir zu einfach erscheint, kann für andere schon zu komplex sein. - Naja, ich glaube ihr wisst was ich meine.

 

Negative Anthropologie ist konservativ : ) 

 

Wenn man so eine anspruchsvollere Struktur hat, dann klingen die ganzen Überlegungen von Nicht-Ort, Digitalität, andere Art von Raum ….. die wir immer reden, sofort an,  und werden vielleicht sofort ästhetisch evident und unmittelbar fühlbar, was über die den Rest nicht so einfach ist.

 

Wie gesagt: Für mich ist die Gefahr bis jetzt eher immer noch, dass es langweilig wird. Der ganzer Reiz der echten Präsenz von Körpern, Film, Aktion im Raum ist ja weg, den man sonstig bildender Kunst hat. Man hat nurdiese glatte abweisende total unkörperliche PC Oberfläche. 

 

Mein Gedanke wäre, dass diese unkörperliche PC-Oberfläche noch mehr in Erscheinung tritt, wenn das Erlebnis gestört wird. Sei es durch allzu verwirrende Führung, ruckelige Videos, oder langes Laden. Ich würde denken, dass so gerade ein Sog verloren geht. 

Schmaler Grad.

 

Ja. 


Man muss diese Lücke füllen, in dem man einen Umgang mit dem Medium wählt, der in sich, in den Mitteln des Mediums einen eigenen ästhetischen Sog erzeugt. Das kommt noch nicht allein über Bilder, Filme, Sprache usw. Oder nur schwer. Denn das ist ja immer wieder einfach nur irgendwas bewegtes auf dem Bildschirm. 

Es muss aus meiner Sicht eher aus den besonderen Eigenschaften des Ganzen der Seite kommen. 

 

Zu Ebene 1C Originalvideos:

Ich hab so ein bisschen ein ungutes Gefühl unsere Originalvideos (nackt) ungeschnitten und in guter Qualität, im Prinzip offen für jeden, ins Netz zu stellen. Einerseits wegen Lehrer, andererseits wegen Rechten usw. Das sollten wir vielleicht nochmal zusammen besprechen, bevor wir alles online stellen.

 

Klar. Das ist ein Problem. Ich dachte, man kriegt die Seite vielleicht nur mit Passwort? 

 

Bis jetzt ist ja nichts öffentlich. 

 

Bzw. ich kann gleich mal zusätzlich schon jetzt die  Seiten Passwortschützen. 

 

ZU 2)

Ist ja schon angeklungen. ich glaube da bin ich anderer Meinung.

Grundsätzlich kann ich mir Pixelfilm und Linienfilm ästhetisch interessant vorstellen. Momentan bekomme ich das aber nicht mit dem Rest zusammen. ich weiß in welche Richtung das gehen könnte. Denke aber, wenn das selbst für mich nicht wirklich aufgeht, kann es für den Besucher gar nicht gehen. Vielleicht ist das auch falsch gedacht. Ich glaube der Zusammenhang mit dem Rest wird nicht fassbar.

 

Ja, die organische integration / Zusammenhang fehlt mir auch noch. 

 

Eine Möglichkeit könnte sein ein Drahtmodellvideo bspw von der Schoppenstube als ganzes zu machen und das mit der selben Perspektive beginnen zu lassen. Wie so ein Ausknipsen der Texturen. Das kann auch nur mal ein Aufflackern des Drahtmodells sein und dann gleich wieder das ganze Bild.

 

Ja, an so dichtere Verschränkungen haben ich auch gedacht. „Rausfallen“ und „lose Verbindungen“, sind ja Grundprobleme bei so einer Web-Arbeit und dem muss man irgendwie durch Verschränkungen begegnen. 

 

Dann hätte man so den fragilen digitalen Eindruck des Ganzen. Störungsanfällig  oder auch die unterschiedlichen Ebenen des Digitalen.

 

zu 3 Corbusier-Sessel:

Kann ich versuchen.

 

zu 6 zeichnungen:

Ich kann nciht scannen bei mir. Müsste abfotografieren. reicht das?

 

zu 7 Sprache:

Ich kann verlinkungen versuchen.

Glaube allerdings nciht, dass wir für jeden Raum einen eigenen Text brauchen.Das wäre zu viel gesprochen denke ich. Audio in irgendeiner Form schon.

 

Ja. 

 

Audio allgemein: Natürlich sollt ihr beide auch was einsprechen. Beim Bad ist das so gedacht, dass wir alle eine Stimme sprechen. Das sind im Moment drei Spuren, die sich überlagern. Sonst wird meine Stimme zum Erzähler glaube ich.

 

Ja, wir müssen auch was sprechen. Aber diese spezielle Art von Textästhetik, kriege ich nicht hin, denke ich. 

 

Schreiben könnte ich ja. Ihr müsstet es dann nur irgendwann einsprechen. 

 

Klar, jederzeit. 

 

Vorschläge zu einzelnen Räumen:

 

Schoppenstube:

Wirtshaussound gleich bei der Schoppenstube reinkommen lassen.

Ich würde mal versuchen den Video-Bacchus direkt in "Realgröße" an seinen Originalort zu bauen. Dann braucht es glaube ich auch keinen Link zu einer Fullscreen Videoversion.

Zusätzlich könnte man die Perspektive noch so wählen, dass man eine weitere Sitzgruppe mit M+M sieht, die sich betrinken. (Video rechne ich raus. Da wäre der Bacchus dann nicht dabei) Nur klein und ohne Ton. Dann per Link evtl zu einer Kurzversion des Originalvideos, in der man das Lied mit UT hören kann, oder einen Ausschnitt.

 

Gustlstall:

Die Gestelle könnten noch etwas präsenter werden.

Vielleicht könnte ich noch etwas komplexere, größere Gestelle bauen, damit man den Eindruck einer Abstellkammer von seltsamem Gerät bekommt?

 

Bad:

Durch das Video-Loch wird die Struktur des Badezimmers irgendwie löchrig  in ein undefiniertes Außen.

Das hat mir vorher im geschlossenen Zustand persönlich besser gefallen. Was ich mir aber vorstellen könnte wäre ein Durchbruch in ein weiteres Bad / Fliesenraum. Einfach eine Erweiterung, die nicht betretbar ist, in der aber das Video hockt. Das wäre glaube ich reizvoll (zumindest für mich :-) ) Ähnlich wie der Fußraum vom Arbeitsplatz im BAU oder das Kinderzimmer, aber eben nicht nach draußen!

 

Ich glaube das war's.

Ist meine Kritik verständlich?

 

Klar kein Problem. Zum Teil ist das auch eine Geschmacksfrage, denke ich. Das Gute am Zusammenarbeiten ist ja, dass aus divergierendem Input Neues emeritiert, Im Idealfall. 

 

EBEN! 

 

 emergiert wollte ich schreiben. Die dumme vorlaute Rechtschreibkorrektur macht daraus emeritiert, wahrscheinlich um sich über mich lustig zu machen. 

Ich bin ein Textabschnitt. Klicken Sie hier, um Ihren eigenen Text hinzuzufügen und mich zu bearbeiten. 

Chorschranke. 

 

BBK einmal mittig komplett teilen. 
 

Original Größe Querschnitt Hof quasi (geht ca. raus bei Raumhöhe Hof ca. 2,50 m. BBK Höhe ca. 6m.) 

 

Billige Drucke Collagiert nach Art der Collage in den Blender Räumen. Aus der Ferne ähnlicher Realitätseindruck vielleicht. 

 

Alles leicht und günstig: Dünne Dachlattenkonstruktion, Druck auf dünnem leichten günstigen Material. 

 

Basis Blender Raumbilder aber noch mal mit echten Fotos gemischt. 

 

Und dann noch ein Treppenhaus bauen : ). 

 

Gut, aber der Rest könnte durchaus machbar sein. 

 

Querschnitt vom Hof als Fotomapping Sache in mehr oder weniger 1:1 Maßstab als Raumteilung im BBK. 

 

Vielleicht kann man solche Plakatdruckoberflächen interessant bearbeiten: wachsen etc. 

 

 

Ich denke nur so vor mich hin: 

 

Die Ausstellung in Innsbruck könnte mit einer perfekten Gurksy-artigen Riesen Fotografie (gerahmt usw.), subtil bearbeitet, von so einem Ding wie unten im BBK anfangen, und dann neu zusammen gesetzten Teilen von Elementen bestehen, die alle auf dem Foto zu erkennen sind. 

 

Alles löst sich in x Schichten auf. Bild im Bild im Bild … Kontext in Kontext in Kontext. Die Logik des Hofes wuchert weiter. Ins Digitale und von dort zurück. 

 

Gut, das wäre dann gar nicht mehr so physisch wie sonst oft. 

 

 

Also was ich mir spontan fast schon wieder vorstellen könnte, wäre eine Übersetzung der Website-Vorgehensweise.

Da gäbe es zwei Möglichkeiten:

A) man baut physische Raäume und tapeziert sie dann mit den entsprechenden geblenderten/fotografierten Raumausschnitten aus dem Hof.

besser fände ich dann aber :

B) man baut so frei hängende Wände. die auch tapeziert werden und die man dann in eine Installation einbauen kann. In einen Rahmen usw. Das kann ich mir auch bildhauerisch interessant vorstellen.

Mit den Schichten und Übersetzungen bietet sich das eigentlich meiner Empfindung nach eklige Verfahren mit den Plakaten irgendwie schon auch an. Aber eklig find ichs trotzdem.

Kommt dazu: Plakatieren hat als Technik irgendiwe so arg wenig mit dem Hof zu tun. Das stört mich etwas.

Aber wie gesagt: Wenn das gut eingebaut wird in eine Installation und nicht das Einzige ist kann ich mirs schon vorstellen

 

Ich glaub jetzt hab ichs:

 

Plakate mit Fototexturen so verwenden wie imagetextures in Blender.

Das heißt man baut Rohobjekte "ohne Textur". Die können aus Holz oder auch nur aus Karton sein.

bspw. Balken oder Wandteile oder Möbel.

Dann tapeziert man in einem zweiten Schritt die Plakattexturen auf. Also das UV-Editing in physisch.

Und dann mixt man das Ganze in der Installation noch mit "authentischen" Materialien und Objekten und Videos. -> Materialverwirrung. Schichten usw.

Das stell ich mir gerade irgendwie abgefahren vor.

////////////////////////

HI,

ich hab mal versucht eine Idee für einen Teil der Instalaltion zu visualisieren.

Aus den größeren Baken könnte man immer weiter Rahmen bauen und darin SAchen aufhängen oder damit andere Inseln verbinden.

Aber irgendwie wirkt das zu beliebig. Das hat noch keine Notwendigkeit. Was stellt ihr euch vor?

LG

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Feuchte Becken irgendeiner Art. 

 

Mir ist es vielleicht nach wie vor im Grunde zu konkret. 

Ich denke jetzt oft an diese Rauminterprations Texte, die du geschrieben hast, wo es viel um Kälte, Geruch, usw. geht, also eher so ätherische Dinge. 

Könnte mir etwas vorstellen, dass sehr monolitisch und konkret ist, und solche Sachen aufgreift. 

Also eine noch abstraktere Übersetzung  des Hofes eher vom dem Körpergefühl ausgehend, das man hat, wenn man da ist. 

Zum Beispiel eine riesige Villa Bacho artige Paella Schale, irgendwie ein ganze flaches Becken also, in dem irgendwas feuchtes drin ist. Vielleicht auch Muster bildet. 

Fürs Schaffen Planen wäre es sicher gut, wenn man etwas hat, dass man in vorhersehbare Arbeitsschnritte zerlegen kann, von denen man weiß, dass sie funktionieren. Also etwas algorithmisches. Auch von daher würde sich etwas materielles, konkretes, großes Anbieten. 

So ein Becken würde zum Beispiel schnell groß werden, ohne viel Material zu verbrauchen. 

So wie Toaster Gates einfach ein riesiges Raster aus Holzteilen macht. 

Sehr groß fände ich dabei gut, aber eben so, dass es aufgrund serieller Tätigkeit / Flachheit oder ähnlichem bewältigter ist. 

 

Kann mir aber, wie gesagt, auch die atmosphärische x kanal Videoinstallation vorstellen, mit ein paar kleinen sprechenden Objekten dazu in der Mitte angespottet und Sound und fertig - und das könnte auch gut sein.

Gesendet: Samstag, 02. Mai 2020 um 12:48 Uhr
Von: "Andreas Woller" <andreas.woller@gmx.net>
An: melina.hennicker@freenet.de, "Michael Schmidt" <michl.schmidt@gmx.de>
Betreff: Installationsidee Live Diorama

 

Diorama mit uns Live in der Ausstellung (also die Tiere wären wir in echt). 

 

Innen dieses Texturen Mapping mit Plakatausdrucken. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 02.05.2020 um 14:16 schrieb Michael Schmidt <michl.schmidt@gmx.de>:

 

ja ja, genau an sowas habe ich auch schon gedacht.

 

Ich denk ich weiß jetzt, was mich auch noch etwas gestört hat an der Plakatwand:

Die zu einfache Übertragung von Raumerscheinung in ein Bild. Jedenfalls hab ich das so verstanden.

 

Ich habe mir das nicht unbedingt rein flach vorgestellt. sondern mit Auswüchsen. Blasen, Vertiefungen,  usw. 

 

Für mich ist ein Bild auch nichts negatives, sondern ein Element wie alle anderen auch: Raum, Material, Objekt, Zeichen, Bild, Pigment, Körper, Sprache … alles Bestandteile der Realität, die man verwenden kann, in meinen Augen. 

 

Film ist Bild im Quadrat. Die reine Fortsetzung der realistischen Malerei. 

 

Und wie gesagt: Man würde dann mit dem ganzen Raum BBK arbeiten, und ihn als Ganzes in eine Art Barockes Tromp L`oeil verwandeln. Also wirklich Ortsspezifische Installation, was sich dort nie jemand traut. 

 

 

 

 

Was ich mir gut vorstellen könnte, auch als Dioramen, wären Bildtapeten, die quasi das (atmosphärische) Wesen eines Raums einfangen. Also vielleicht so verdichtet, wie ich das mit dem Dachbodenbild versucht habe. Das eben nicht so ein ganz illusionistischer Raum entsteht, sondern eher eine Transformation, aber räumlich wieder etwas, das (uns und evtl. Objekte) umschließt.

Da wäre auch räumlich viel mehr Komplexität. Oder?

 

Ja. Dann wären wir allerdings bei einem dunklen Raum, oder? 

So vielleicht auch. Einer von uns könnte im Rattenkönig stecken als "Performance". Die Würste sollen der Rattenkönig sein.

Video wäre auch in Kasten mit Dachbodentextur eingebaut.

Wände, Objekte, Videos, uns  als auswechselbare Module behandeln:

Es gibt dann evtl. drei Präsentationsgerüste /-kästen und mehrere KOmbinationsmöglichkeiten.

Die Teile, die gerade nicth eingebaut/eingehängt sind, werden irgendwie gelagert?

Wegen Schichten und so und digitaler Austauschbarkeit von Texturen blabla...

 

Jetzt hör ich  auf mit Bilder schicken.

Wir bräuchten eine andere Möglichekit Daten zu teilen. Eine gemeinsame Cloud wäre viel besser.

//////////////////////////////////////////////////

Für mich ist das kein Märchenwald und keine Disko. Aber ich könnte mir Disko sogar vorstellen im Sinn von Stadlparty. 

 

Da ich ob des extrem atmosphärisch warmen Charakter der Umgebung auch Zweifel habe, habe ich diese Art von Puppenhaus gebaut: 

 

https://www.andreaswoller.com/kopie-von-start-t1-bunter-mit-sound

 

 

Den Weg einfaches Puppenhaus habe ich aus folgenden Gründen noch nicht weiter geführt: 

 

1) 

Man kriegt lauter grundlose Doppelungen: 

Erst das Zimmer im Puppenhaus. Dann noch mal das Zimmer. Dann noch mal die gleiche Perspektive im Film. 

 

2) 

Keine Rhythmus des Entdecken im Ganzen mehr. Keine Komposition der Einblicke, Ereignisse usw. im Ganzen mehr. 

 

Alles in-your-face sofort.

 

3) 

Vor allem: 

 Nicht mehr die Seite als ein Organismus als ein Lebewesen. Sondern das ganze klassische Modell Website: Überblick auf dem man alles sieht, und dann je bei klicken noch etwas mehr davon aber ohne große Überraschung. 

Man nutzt also nicht mehr das Rohmaterial des Mediums um etwas neues zu  machen, sondern setzt das Medium genau so ein, wie es alle kennen. 

 

4) 

Vor allem hat man dann eine Hierarchie: Oben Start. Unten die Unterseiten. 

 

Ich fände es viel schöner, wenn das eben ein Organismus ist. Ein Pilzgeflecht oder was auch immer. 

 

Ein Raum. 

 

5) 

Genau: Wenn man die klassische Hierarchie hat, dann ist die Seite nicht mehr eine eigene komische Art von Raum. Sondern das klassische Modell Link-Hierarchie. 

 

6) 

Ich kann aktuell das ganze Puppenhaus in Blender gar nicht bauen, weil die File zu groß wird. 

 

 

Im Grunde gibt es die Puppenhauslösung auch schon hier: 

 

Warum ein Puppenhaus weniger verboten ist, wie ein Märchenwald ist mir auch nicht klar. 

 

https://www.andreaswoller.com/b

 

 

 

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Du findest auch die Texteinblendungen in der Rahmenumgebung nicht gut? 

 

Der Vorteil an den Texteinblendungen: 

 

Für den Rhythmus der Seite ist es gut, wenn manchmal auf den Seiten ein ganz klein wenig was passiert. So auf: 

Rahmenumgebung.  

Stall jetzt. 

Dachboden jetzt. 

 

Da muss für mein Gefühl noch irgendwas passieren. 

Immer Sound finde ich zu viel. 

Nur kleiner Film ist oft zu wenig. 

Da wären ein paar Tropfen Narration als Text dann das richtig Maß an Ereignis für mein Gefühl. 

 

 

 

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Ist das nicht so eine Art Puppenhaus? 

 

https://www.andreaswoller.com/kopie-von-start-t1-bunter-mit-sound

 

Rahmenumgebung heißt Seite, auf die man immer wieder zurück kommt. 

 

Landing Page ist in meinem Dummy der Film, der aus dem Bild raus fährt. 

 

Das Schwierige ist, etwas Cleanes zu machen, dass nicht total simpel computerig ist und einen guten Übergang zum Seitenhintergrund macht. Da ist die Kombination Schwarz / Dunkel eine einfache Lösung. 

 

Das Puppenhaus in Reinform gibt es mehr oder weniger hier: 

 

https://www.andreaswoller.com/b

 

 

Es reicht doch, wenn die Filme im Kontext der Seite funktionieren. Müssen doch nicht in sich alle super spannend sein. 

 

 

 

//////////////////////////////////

 

 

Hey,

 

1)

Es gibt ja jeweils noch gar keine fertigen Videos. Ich könnte aber mal was zusammenschneiden.

Das Material zum Stallvideo ist halt wirklich sehr sehr dünn und für mich gar nicht zufriedenstellend. Für was Kurzes auf der Website reicht es vielleicht noch grade so...

 

Die Audios kann ich dann getrennt mitschicken.

Auch für den Rattenkönig würde ich das nochmal amachen. Das was da gerade läuft hört sich für meinen Geschmack zu kaputt an. Da bekomm ich geich Angst um meine Laptopboxen. ;-)

 

2)

Texteinblendungen bin ich mir unsicher.

Glaube ich fände Text/Sprache nur auf einer Ebene besser. Entweder direkt in die Räume eingebaut, oder über das Audio gesprochen. So draufgesetzt wäre mir das zu Meta.

 

4) besser wärs wahrscheinlich du würdest zusammenbauen, sonst haben wir da plötzlich einen anderen Stil, oder?

Ich kann das aber auch mal versuchen. Welche Objekte würden wir noch brauchen?

 

5)

mit Rahmenumgebung meinst du die landingpage?

Ich vermisse ja immer noch das Puppenhaus. Für mich war das einfach ideal.

In der jetztigen Fassung muss selbst ich immer wieder raten was die einzelnen Objekte sein könnten, falls ich was erkenne.

Für mich müsste das alles größer sein, ohne Disco- oder Märchenwaldlicht (sorry), etwas heller und deutlicher zu erkennen, dass es sich hier um eine Raumansammlung handelt, auch wenn sie nicht geometrich korrekt verortet ist. Aber gut, das hast du dir wahrscheinlich eh gedacht ;-)

 

Audio kann ich gern versuchen. Das wird aber etwas dauern.

 

LG

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Genau, die Texteinblendungen in den Rahmenumgebungen finde ich eher auch nicht gut. Die kleben für mich genau so drauf, wie die Videos es nicht sollen.

 

Das Gefühl, das was passieren muss verstehe ich.

Vorstellen kann ich mir Objekte / Möbel, die man in die Räume stellt, die eine Art Display haben oder ein animiertes Schriftband. Das Schriftband müsste dann wieder ein Video sein. Geschickt draufgeklebt.

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Das bunte find ich an sich cool und funktioniert auch gut,

nur vom Gefühl ist es für mich ganz weit weg vom Hof.

Dass da eine Ansammlung von Räumen im Nirvana schwebt, finde ich schon passend. Eine Art Raumschiff, das auch keine geschlossene äußere Form braucht, aber vielleicht etwas mehr Form und Räumlichkeit als die jetzige Rahmenumgebung.

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Gegen schwarzen Hintergrund habe ich nichts. Beim Puppenhaus geht das super.

Man könnte doch die einzelnen Räume etwas verdreht zueinander in eine irgendwie Ordnung bringen. Müssen ja auch nicht immer alle Wände oder so da sein. Nur das man schon bei der Rahmenumgebung sieht mit was man es in etwa zu tun hat. Und dann so groß, dass man die Chance hat zu erahnen, um was für eine Art von Räume es sich handeln könnte, auf die man gleich klickt.

Das wär so ein Traum.

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Stadlparty. ja... das stimmt schon auch irgendwie.

 

Das mit den Doppelungen versteh ich natürlich. nicht schön

Also so wie ich das sehe müssen wir einen Mittelweg zwischen unseren Maximalpositionen finden.

 

Meine Befürchtungen zur Rahmenumgebung aktuell:

- Der Besucher hat keine Chance zu verstehen um was es gehen soll / wird überfordert und deshalb auch keine Motivation weiterzumachen

- Ich fürchte der Besucher hätte wenig Chance zu verstehen, wie das, auf was er in der Rahmenumgebung klickt mit dem zusammenhängt, was er dann zu sehen bekommt.

- Ich habe das Bedürfnis auf einer statischen, stabilen Grundseite ankommen zu können, um eine erste Orientierung möglich zu machen. Also ohne Blinken und Text und Videos.

 

Ich wäre für etwas, das mir gleich vermittelt es geht um eine Ansammlung von Räumen, die eine Art Einheit bilden. Hier besteht dann wohl die Gefahr der Dopplungen.

Vielleicht abstrahiertere Räume, doch wieder in Richtung einer Installation, die es nie geben wird können: Interpretationen von Räumen?

 

ich habe schnell was versucht, mit dem Material, das ich habe. Es ist nicht einfach, das stimmt. Hm...

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führt der Mittelweg in den Tod. 

 

Meine Maximalposition war die abstrakte Installation von Beginn :-). 

 

Spaß beiseite. Die Melli muss auch was sagen. 

 

- Ich habe das Bedürfnis auf einer statischen, stabilen Grundseite ankommen zu können, um eine erste Orientierung möglich zu machen. Also ohne Blinken und Text und Videos.

 

… aber ist das nicht eben dann das klassische Website Gefühl? 

 

Und: Man kommt dahin immer wieder zurück. Es geht jetzt um das, zu dem man immer wieder zurück kommt. Wenn das zu sehr klassisch Website ist, dann bleibt man immer im klassischen Website Modus. Dann wird es nie im ganzen eine eigene Art von Raum. 

 

 

Ich wäre für etwas, das mir gleich vermittelt es geht um eine Ansammlung von Räumen, die eine Art Einheit bilden. Hier besteht dann wohl die Gefahr der Dopplungen.

Vielleicht abstrahiertere Räume, doch wieder in Richtung einer Installation, die es nie geben wird können: Interpretationen von Räumen?

 

… ist das nicht genau so, bei der bunten Seite? 

 

… also ich probiere schon eine zeitlang rum. Es darf nicht zu banal blender sein. Es darf nicht zu langweilig sein. Es darf nicht zu verwirrend sein usw. Das ist gar nicht leicht.

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was für mich eigentlich fest stand, war, dass sich das, wohin man zurück kommt, ändern muss. So wie es jetzt eben ist. 

Andere Perspektiven von der selben Blenderdatei?

Das kann ich mir gut vorstellen

ja, das gleiche Gebilde in unterschiedlichen Perspektiven so wie jetzt. 

Das ist gut.

ich meinte jede Seite dieser Art für sich statisch

Ich hatte das am Anfang alles statisch. Man wird dann allerdings immer komisch aus dem Fluss gerissen. Für mein Gefühl wollte man immer, dass auf der Seite, auf die man immer wieder kommt etwas passiert. Einfach weil man dann auf so eine bewegte Welt eingestimmt ist. 

 

Was auch geht: 

Man kommt über das Puppenhaus rein. Dann kommt man aber auf eine andere Rahmenumgebung raus, die dann die eigentliche Rahmenumgebung ist. Die kommt dann in verschiedenen Perspektiven. Man wird also mehr und mehr rein gezogen. 

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Letztes Bild:

kommt man so der sache näher?

 

Ja. alle müssen zusammen reden. :-)

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ja, nur wie gesagt, das ist doch das Bunte im Prinzip?